Kommunale Schulentwicklungsplanung - Steuerungsmöglichkeiten in Zeiten wachsender Großstädte

Dokumentation des Großstadtnetzwerks

Art:

Ort:
Online
Veranstaltung
via Microsoft Teams
Datum: 
Donnerstag, 9. Dezember 2021 - 9:30 bis 15:00
Kontakt:
In vielen Großstädten wächst die Bevölkerung. Dieses Wachstum findet durch junge Bildungs- und Berufswander:innen, einer verstärkten Zuwanderung seit 2015 sowie einem Anstieg der Geburtenrate statt. Vielerorts führt dies zu einem demografischen Hoch, was den Bedarf an Kitas und Schulen – vor allem Grundschulen – rasant steigen lässt. Darüber hinaus werden kommunale Verwaltungen noch vor zusätzliche Herausforderungen gestellt: sozialräumliche Segregationsprozesse, der ohnehin steigende Bedarf an Ganztagsbetreuung, die Umsetzung der    UN-Behindertenrechtskonvention im Schulbereich, die Digitalisierung des Lehrens und Lernens sowie eines sich verändernden Schulwahlverhaltens der Eltern.   
 
Kommunale Schulentwicklungsplanung ist ein zentraler Bestandteil kommunaler Bildungssteuerung und ein wichtiges Zukunfts- und Gestaltungsfeld für ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement (DKBM). Immer mehr Großstädte initiieren ihre Schulentwicklungsplanung mit integrierten, partizipativen, ganzheitlichen und wissenschaftlich begleiteten Verfahren, um ein leistungsfähiges und bedarfsgerechtes Schulangebot vor Ort sicherzustellen. Doch was verbirgt sich hinter solchen Begriffen und was wird mit ihnen verbunden? 
 
Zusammen mit Ihnen haben wir uns angeschaut, was eine moderne Schulentwicklungsplanung beinhalten kann, wie sie gelebt wird und welche Steuerungsmöglichkeiten und Weiterentwicklungsperspektiven uns die kommunale Praxis zeigt.  
 
Das digitale Großstadtnetzwerk hat hierfür Anregungen geliefert und einen Anlass geboten, sich mit anderen Kommunen auszutauschen.
 
Im Folgenden finden Sie die Dokumentationen der Veranstaltung. 
 

Standortbestimmung kommunaler Schulentwicklungsplanung  

Im Gegensatz zu den im Fachdiskurs diskutierten Idealvorstellungen einer u.a. möglichst ganzheitlichen, partizipativen, extern begleiteten kommunalen Schulentwicklungsplanung, stellt sich die Realität in den Kommunen bzw. Großstädten als äußerst vielfältig dar. Viele Kommunen haben sich auf den Weg gemacht ihre Schulentwicklungsplanung aus eher klassischen Formaten mit einem stark quantitativen Fokus heraus weiterzuentwickeln, wobei innerhalb dieser Entwicklungsvorhaben unterschiedliche Herangehensweisen und Schwerpunkte gesetzt wurden. In einer ersten Standortbestimmung wurde daher zunächst einmal ein klareres Bild vom aktuellen Entwicklungsstand der kommunalen Praxis hinsichtlich der Schulentwicklungsplanung gezeichnet.     
 
Die Teilnehmer:innen bewerteten in einer Mentimeter-Abfrage den aktuellen Stand der kommunalen Schulentwicklungsplanung in ihrer Großstadt anhand von 6 Leitfragen
 
Die kommunale Schulentwicklungsplanung in meiner Stadt ... 
 
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Im Ergebnis der Befragung zeigte sich, dass der größte Teil der Teilnehmer:innen mit den Herausforderungen einer wachsenden Großstadt konfrontiert ist, und dies einen zentralen Anlass darstellt, die Weiterentwicklung der eigenen Schulentwicklungsplanung in den Blick zu nehmen. Vielerorts hat sich dabei ein Verständnis einer kommunalen Schulentwicklungsplanung als integrierte Fachplanung etabliert. Insgesamt zeigt sich, dass die teilnehmenden Kommunen größtenteils auf dem Weg hin zu einer partizipativen, extern begleiteten Schulentwicklungsplanung sind, welche die klassischen Prognosen um ein regelmäßiges Monitoring ergänzt und die an die Planung anschließenden politischen Entscheidungsprozesse durch die Entwicklung differenzierter Handlungsempfehlungen vorbereitet. 

Blick in Wissenschaft und Praxis mit Björn Hermstein 

Björn Hermstein ist Schulentwicklungsplaner der Stadt Oberhausen und ist somit in der Praxis kommunaler Schulentwicklungsplanung beheimatet. Gleichzeitig hat er zu dem Thema geforscht und sich in seinem Promotionsprojekt mit Fragen kommunaler Schulentwicklungsplanung auseinandergesetzt. Er verbindet somit die wissenschaftliche und praxisbezogene Perspektive. Björn Hermstein hat einen Blick auf die historischen Wandlungen in der Schulentwicklungsplanung geworfen und sich der Frage nach den Schnittstellen zum datenbasierten kommunalen Bildungsmanagement genähert.

Blick in die Praxis nach Bielefeld 

Schulentwicklungsplanung qualitativ gestalten – Von Daten zur Handlungsempfehlung zur politischen Entscheidung

Titelblatt Schulentwicklungsplan Bielefeld

Die Stadt Bielefeld wächst – und das rapide. Für das Schuljahr 2025/26 wird prognostiziert, dass bis zu 2.800 Schüler:innen mehr die Grundschulen der ostwestfälischen Großstadt besuchen werden. Eine herausfordernde Entwicklung für die Stadtverwaltung und die gesamte Bielefelder Bildungslandschaft. 

Dr. Anna Klein und Lutz C. Popp von der Stabsstelle für ganzheitliche Schulentwicklungsplanung der Stadt Bielefeld  stellten den Teilnehmenden den Prozess, das Konzept sowie die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für eine ganzheitliche Schulentwicklung in Bielefeld detailliert vor.

Blick in die Praxis nach Frankfurt am Main 

Kommune trifft Wissenschaft – Zum Mehrwert und den Herausforderungen wissenschaftlicher Begleitung in der kommunalen Schulentwicklungsplanung und warum es manchmal die Vogelperspektive braucht.

In Frankfurt am Main sind wachsende Schülerzahlen seit Jahren ein Thema. Um die steigenden Bedarfe frühzeitig zu dokumentieren, wird daher die integrierte Schulentwicklungsplanung seit 2015 jährlich fortgeschrieben. Auch die Grundlogik der Prognosen und Bedarfsanalysen wurde in einem wissenschaftlichen Begleitprozess überarbeitet und entlang des sich verändernden Bedarfs weiterentwickelt.  
 
Maren Hullen und Dr. Sabine Doerner von der Stabsstelle Pädagogische Grundsatzplanung der Stadt Frankfurt am Main erläuterten in ihrem Vortrag den "Mehrwert und die Herausforderungen wissenschaftlicher Begleitung in der kommunalen Schulentwicklungsplanung".  Anschließend betrachtete Dr. Anna M. Makles vom WIB - Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive.   

Video-Tipp 

Auf der Thementagung Schulentwicklungsplanung 2017 der Transferagentur Rheinland-Pfalz – Saarland erläutert Dr. Ernst Rösner, was Schulentwicklungsplanung in einem erweiterten Verständnis für die kommunale Bildungslandschaft bedeuten und welche Rolle die Kommune somit als Gestalter vor Ort einnehmen kann. 
 

Video

Von der klassischen Schulentwicklungsplanung zur kommunalen Bildungslandschaft - Dr. Ernst Rösner

Video of Von der klassischen Schulentwicklungsplanung zur kommunalen Bildungslandschaft - Dr. Ernst Rösner

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Ansprechperson

Moritz Schnitger

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