„Je größer der politische Rückhalt, desto größer kann man denken.“

Dokumentation der regionalen Fachveranstaltung in Würzburg am 29. Mai 2018

Art:

Ort:
VCC Vogel ConventionCenter
Max-Planck-Str. 7-9
97082 Würzburg
Datum:
Dienstag, 29. Mai 2018 - 9:00 bis 17:00
Kontakt:
Welche Rolle können und sollen die Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren dabei spielen, externe Kooperationen zu stiften? Welche fachlichen, organisatorischen und kulturellen Unterschiede zwischen den Bildungsakteuren gibt es, die berücksichtigt werden müssen? Und wie sehen gelungene Kooperationen aus, z.B. in den Themenschwerpunkten frühkindliche Bildung, Sprachförderung oder Übergang Schule-Beruf? Diese und weitere Fragen wurden bei der zweiten regionalen Fachveranstaltung mit 115 Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren der Bildungsangebote für Neuzugewanderte gestellt und von den Teilnehmenden bearbeitet. 
 
Das übergeordnete Thema aller vier Fachveranstaltungen war „externe Kooperation mit Akteuren der Zivilgesellschaft in der Kommune“. Dabei meint dies ein breites Spektrum an Akteuren wie Verbände, Agenturen, Kammern, Träger der Kinder- und Jugendarbeit, Migrantenorganisationen, Sozialpartner, Religionsgemeinschaften etc.  aber auch ehrenamtliche organisierte Initiativen und Vereine. 
 
Im Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ ist Kooperation explizit angelegt und eine zentrale Grundannahme: Die Integration der Neuzugewanderten in das Bildungssystem, in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt kann nur kooperativ gelöst werden. Damit lässt sich eine weitere Grundannahme verbinden: „Wenn im Alltagsleben einer Kommune das Miteinander in Vielfalt funktioniert, profitiert davon die Gesellschaft insgesamt.“ (Frank Gesemann & Roland Roth; Erfolgsfaktoren der kommunalen Integration von Geflüchteten 2017; S.2).  
 
Kommunen und Akteure der Zivilgesellschaft sind also heutzutage mehr denn je gefragt zu kooperieren, denn die komplexen Aufgaben in einer Kommune können nur kooperativ und gemeinschaftlich gelöst werden. Um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, sind die Akteure vor Ort aufeinander angewiesen: es geht um deren Wissen, um deren Kompetenzen, um deren Zugänge, um deren Ressourcen, um deren Handlungsspielräume und vieles mehr. 
 
Zentraler Bestandteil der Fachveranstaltungen war es daher, in Workshops und Reflexionsphasen der Frage nachzugehen, wie Kooperation im Kontext des Förderprogramms gestaltet, umgesetzt und koordiniert werden kann. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren hatten die Möglichkeit, sich im Kontext ihrer Arbeit kollegial auszutauschen, zu beraten und voneinander zu lernen. Über die Praxisbeispiele sollten erfahrungsbasiertes Wissen vermittelt und darüber Hinweise für die Arbeit vor Ort generiert werden. D.h. es ging nicht darum, allgemeingültige Empfehlungen oder Rezepte für den Aufbau und die Pflege von Kooperation zu geben, denn dafür ist das Thema und die kommunalen Kontexte zu vielschichtig. Vielmehr sollte die Fachveranstaltung dazu beitragen, die Arbeit als Koordinatorinnen und Koordinatoren in Bezug auf die Kooperation mit externen Akteuren zu reflektieren, laufende Kooperationen einzuordnen und möglicherweise neue Handlungsoptionen für die zukünftige Arbeit zu erhalten. 
Impulsvortrag: „Externe Kooperation“
Transferagentur für Großstädte

Nach einer Begrüßung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Person von Tom Evers erfolgte ein kurzer Impulsvortrag zum Thema „Externe Kooperation“ durch Katja Geerdes, Standortleitung Transferagentur für Großstädte in Bremen. 

In einer anschließenden Diskussion mit Akteuren aus der Praxis erörterten die Podiumsgäste ihre Perspektiven, Ziele und Handlungslogiken in der Zusammenarbeit miteinander.
In Würzburg auf dem Podium waren:
Dieter Assel, ehemal. Leiter der Jugendhilfe, Stadt Weiterstadt
Markus Rempe, Leitung des zdi-Zentrums Lippe.MINT, Lippe
Gabriele Brakemeier, Vorstandsvorsitzende des SAM-Sozial-Aktiv-Menschlich e.V., Hameln
Damaris Berger, Leitung des Bildungsbüros, Burgenlandkreis

In der Kooperation mit externen Akteuren richteten die Podiumsgäste ihren Blick zunächst auf die Verwaltung selbst: Sie betonten, dass es bei den Verwaltungen aktuell noch viel Potenzial für eine Öffnung nach außen gäbe. Zwar funktioniere die Kooperation mit externen Akteuren oft schon in einzelnen Bereichen und bilateral sehr gut, was aber fehle, sei eine stärkere Systematisierung und Institutionalisierung dieser Kooperationen. Für die Koordinatorinnen und Koordinatoren sei hier also viel Handlungspotenzial vorhanden. Um Kooperationen zielführend weiterzuentwickeln, sei es hilfreich, genau mit den Akteuren in Kontakt zu treten, die bereits in eine ähnliche Richtung schauen und Motivation mitbringen, „anzupacken“. Hierfür komme es darauf an, ein gutes Gespür für die anderen Akteure und deren Anliegen zu bekommen. Genauso wichtig sei es aber auch, „dran zu bleiben“ und zu lernen, damit umzugehen, wenn man temporär nicht so gut vorankommt, wie geplant. Markus Rempe bestärkte die Teilnehmenden darin, durchaus etwas zu wagen und eine gewisse „Lust am Scheitern“ mitzubringen. Denn klar sei, dass Verwaltungsstrukturen an sich nicht per se für Kooperationen ausgerichtet seien. Veränderungen voranzutreiben bedeute vielmehr, internen Widerständen zu begegnen und mit diesen gewissenhaft umzugehen. Die Koordinatoren selbst seien damit quasi am Puls der Zeit, denn „der Bedarf an Kooperationen und dessen Koordination wird in den Kommunen wachsen, einfach auf Grund der zunehmenden Komplexität der Aufgaben“, so Dieter Assel.

Je größer der politische Rückhalt, desto größer kann man denken. Ist der politische Rückhalt klein, sollte man auch erst einmal klein denken.

Markus Rempe

Aus dem Publikum wurde die Diskussion auf die Frage gelenkt, welche Beteiligungsmöglichkeiten es für die Neuzugewanderten selbst gibt, als zentrale Vertreter der Zivilgesellschaft und als Interessensvertretung ihrer Zielgruppe zu agieren. Besonders auf der operativen Ebene gibt es bereits viele unterschiedliche Formen der aktiven Einbindung Neuzugewanderter, doch es müsse zukünftig eine weitere Öffnung der Verwaltungsstrukturen und Diskurse geben, so Dieter Assel. Für ihn ist klar, dass es bei der aktiven Beteiligung Neuzugewanderter darum geht, neue Formate zu entwickeln, damit sie aktiv ihre eigene Lebensentwicklung vor Ort mitgestalten können. Herauszuarbeiten, was dies konkret übersetzt auf die eigenen kommunalen Strukturen bedeutet, werde die Kommunen in den kommenden Jahren beschäftigen, so Dieter Assel, denn „die Zukunft wird den Kommunen gehören, denen es gelingt, diese Prozesse als Teil einer integrativen Stadtentwicklung zu begreifen und das kann nur beteiligungsorientiert geschehen.“ Genau hier liege ein großes Potenzial im Programm der Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren, diesen Prozess schon jetzt aktiv mitzugestalten. 

In fünf parallelen Workshops stellten Referentinnen und Referenten Beispiele guter Praxis aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kommunalen Koordinierung vor. Im Mittelpunkt standen Ausgangslagen, Rahmenbedingungen, Prozesse. 

Workshop 1

Zusammenarbeit zwischen KAUSA und ehrenamtlichen Jobpaten: „KAUSA vor Ort – Beratungstage im ländlichen Raum“

Laura Eder, Projektmitarbeiterin KAUSA Servicestelle Augsburg, A.A.U. e. V., Stadt Augsburg, ländlicher Raum
Moderation: Hadrien Segond, Transferagentur für Großstädte
Die KAUSA Servicestelle Augsburg bietet zum Thema Berufsausbildung Beratungstage im ländlichen Raum an. Aufgrund der geringeren Lebenshaltungskosten leben viele Migrantinnen und Migranten in Bayern außerhalb der Städte, wo die Dichte an Beratungsstellen zu spezifischen Themen jedoch deutlich geringer ist.
Ziel des Projekts ist es, strukturelle Ungleichheiten abzubauen und Zukunftsaussichten zu eröffnen. Dafür werden in Zusammenarbeit mit lokalen Ehrenamtlichen Angebote zur beruflichen Orientierung und Integration in den Ausbildungsmarkt geschaffen. Diese beinhalten sowohl die fachliche Beratung der Teilnehmenden als auch die intensive Begleitung durch ehrenamtliche Jobpaten.
Laura Eder berichtete von den beteiligten Akteuren, von der stufenweisen Anpassung der Zielsetzungen an die sich schnell verändernden Bedarfe vor Ort sowie von dem daraus resultierenden Aufbau handfester Kooperationsstrukturen.   

In diesem Workshop wurde vor allem über die Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt bzw. Freiwilligen sowie über deren Gewinnung und die Etablierung gemeinsamer Arbeitsstrukturen gesprochen.

Im Verlauf der Diskussion wurde thematisiert, dass das Angebot von KAUSA in Konkurrenz zu etablierten Beratungsstrukturen von Jobcenter oder Jugendberufsagentur treten könnte und Interessenkonflikte entstehen könnten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die sehr individuellen Beratungs- und Begleitungsbedarfe der vielen Zielgruppen im Widerspruch zu Forderungen nach der Exklusivität gewisser Angebote stehen. KAUSA hat mit den Beratungstagen in erster Linie ein ergänzendes Begleitungsangebot geschaffen, das zudem in der betroffenen Region eine Angebotslücke schließt.

Da es in dem vorgestellten Praxisbeispiel die Freiwilligen selbst waren, die den Bedarf in ihren Kommunen erkannt und über die Freiwilligenkoordinatoren den Kontakt zu KAUSA gesucht hatten, war die Gewinnung von Freiwilligen in diesem Projekt keine Herausforderung. In dem Workshop wurde stattdessen darüber diskutiert, wie die sehr heterogene Gruppe der Freiwilligen insgesamt für die unterschiedlichen und zum Teil sehr spezialisierten Angebote ausgesucht und vorbereitet werden. Einige Teilnehmende berichteten von der Herausforderung, die geeigneten Freiwilligen für die benötigten Begleitangebote zu finden.

Auch wurde thematisiert, dass es mitunter schwerfalle, Freiwillige für bestimmte Tätigkeiten abzulehnen. Aufgrund der Vielfalt im Ehrenamt und der Vielschichtigkeit der Tätigkeiten, ist es schwer, allgemeingültige Gelingensbedingungen für diese Herausforderung zu identifizieren. In diesem Zusammenhang wurde noch einmal betont, dass es sich bei dem KAUSA-Projekt um ein ergänzendes Begleitangebot handelt. Für qualifizierte Tätigkeiten sei es hingegen wichtig, eine Struktur zu haben, in der das Ehrenamt vom Hauptamt unterstützt und vorbereitet werde. Hierzu müsse auch gehören, gegebenenfalls eine Personenauswahl für bestimmte Tätigkeiten zu treffen.

Workshop 2

„Netzwerk Bildung & Sprache (BUS)“ 

Markus Rempe, Leiter Fachdienst Bildung Kreis Lippe, Lippe, großer Landkreis
Moderation: Katja Geerdes, Transferagentur für Großstädte
Das Kooperationsprojekt „Bildung & Sprache“ (BUS) entwickelte unter Einbindung interner wie externer Kooperationspartner eine tragfähige Netzwerkstruktur und fungiert bis heute als operativer Kern und Steuerungsgremium der Aktivitäten.
Vor dem Hintergrund, dass die Ergebnisse bei der Feststellung des Sprachstands in einer lippischen Kommune unbefriedigend waren, wurde gemeinsam mit dem Kreis das strategische Ziel formuliert, den Sprachförderbedarf von Kindern in der Kita und der Grundschule zu senken und dies mithilfe eines gemeinsam zu erarbeitenden Sprachbildungs- und Sprachförderkonzepts umzusetzen. In Folge kam es zu messbaren Verbesserungen der Sprachkompetenz insbesondere bei Kitakindern und im weiteren Verlauf bei Schülerinnen und Schülern.
Im Workshop thematisierte Markus Rempe den Entwicklungsprozess, die Gelingensbedingungen wie auch die Konfliktpunkte des Kooperationsprozesses.

Willst Du schnell vorankommen, dann mach es alleine! Willst Du ankommen, dann nimm Andere mit!

Teilnehmende des Workshops

Ein wichtiger Schlüssel zum Gelingen des Projekts war die Einsicht, dass es den Rückhalt von oben benötigt. In dem Fallbeispiel war es der Bürgermeister der kreisangehörigen Kommune, der aufgrund von Monitoring-Ergebnissen handeln wollte. In das Netzwerk sind viele interne und externe Akteure eingebunden. Damit das Netzwerk handlungsfähig bleibt, war es wichtig, dass die Rolle des „Kümmerers“ vergeben ist, der mit einer kleinen Kerngruppe die Termine vor- und nachbereitet. Auch die Einsicht, dass Systemveränderungen Zeit brauchen, wurde als Lösungsansatz herausgearbeitet. Es braucht eine Anbindung an eine übergeordnete Steuerungsstruktur bzw. an die strategische Ebene.

Workshop 3

„Check Up Integration“ - Kooperative Maßnahmenentwicklung im Handlungsfeld Sprache 

Anna Köhler, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Stadt Flensburg, mittlere kreisfreie Stadt 
Moderation: Dr. Daniel März, Transferagentur für Großstädte
 
Die Stadt Flensburg hat 2016 bis 2017 einen „Check Up Integration“ durchgeführt mit dem Ziel, bedarfsorientierte Maßnahmen für sieben Handlungsfelder zu entwickeln. An dem Kooperationsprozess im Handlungsfeld „Sprachförderung für Erwachsene“ wirkten Akteure innerhalb und außerdem der Flensburger Stadtverwaltung mit: zum einen wurden Expertinnen und Experten aus der haupt- und ehrenamtlichen Sprachförderung einbezogen, zum anderen auch die breite (Fach )Öffentlichkeit beteiligt.
Im Workshop ging Anna Köhler zunächst auf die relevanten Prozessschritte und Meilensteine ein. Anschließend wurden Erfolgs- und Risikofaktoren für das Gelingen des kooperativen Prozesses und für die nachhaltige Umsetzung der entwickelten Maßnahmen aufgezeigt und diskutiert.
In diesem Workshop stellte Anna Köhler den Flensburger Kooperationsprozess im Handlungsfeld „Sprachförderung für Erwachsene“ sowie die relevanten Prozessschritte und Meilensteine, die für dieses Kooperationsbeispiel notwendig waren, dar.
Im Verlauf der Diskussion wurde mit den Teilnehmenden vor allem thematisiert, wie eine Verzahnung zwischen haupt- und ehrenamtlicher Sprachförderung gelingen kann und welche unterschiedlichen Erfahrungen hierzu gemacht wurden. Zentrale Herausforderung für alle Wortbeiträge war das enorme Konfliktpotential zwischen haupt- und ehrenamtlichen Akteuren, die in vielen Kommunen bestehen und die sich nur schwer auflösen lassen.
Eine weitere große Herausforderung sind Vorbehalte hinsichtlich des Zeitaufwands seitens der beteiligten Akteure sowie deren teilweise zeitlich begrenzter Verfügbarkeit, die insbesondere in der Kombination von Haupt- und Ehrenamt virulent sind. Hier kann eine gut vorbereitete und ausführliche Abstimmung mit der Leitungsebene und den externen Schlüsselakteuren ein lösungsorientierter Weg sein. Insgesamt zeigt sich für das vorgestellte Beispiel, dass sich …

…für den Kooperationsprozess Zeit genommen werden sollte. Zeit, die man zwar häufig nicht hat, die man sich allerdings nehmen sollte, damit der Prozess wirklich gelingen kann.

Fazit der Teilnehmenden aus dem Workshop
Workshop 4 

Kooperation zwischen Bildungskoordination und Hochschule in einem gemeinsamen Projekt zur Sexualbildung im Kontext Geflüchtete 

Damaris Berger, Leitung des Bildungsbüros, Burgenlandkreis, mittelgroßer Landkreis
Moderation: Lukas Röber, Transferagentur für Großstädte
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts „Sexualbildung im Kontext Geflüchtete“ ist eine Kooperation zwischen dem Burgenlandkreis und der Hochschule Merseburg mit dem Ziel, ein Konzept für gelungene Sexualbildung im Kontext Geflüchtete zu erarbeiten. Das Projekt beinhaltet Fachkräftefortbildungen, Workshops mit Geflüchteten und den Aufbau von Kooperationsstrukturen mit allen wesentlichen Partnern im Landkreis.
Im Workshop vertieft wurden Aspekte wie die Entwicklung des Konzepts, der Aufbau der Kooperationsstrukturen und die Vorbereitung einer Steuerungsgruppe, die in Zukunft die Nachhaltigkeit des Projekts sicherstellen sollten. Es wurden Fragen der kommunalen Gremienarbeit beleuchtet und über Gelingensbedingungen diskutiert. Hierbei spielten u.a. Fragen der Arbeitskultur, der Zielsetzungen und der Gremienzusammensetzung eine Rolle.
Workshop 5

Kooperativer Förderverbund „Im Dreisprung zur Ausbildung – Berufseinstieg von Geflüchteten“

Sebastian Haack, Bereichsleiter & Koordinator von „Jugend und Beruf“, Zentrum für Arbeit und Umwelt gGmbH, Gießen, mittelgroßer Landkreis
Moderation: Iris Lopatta, Transferagentur für Großstädte
 
Sebastian Haack stellt die Etablierung des Kooperationsprojektes „Dreisprung zur Ausbildung“ zwischen dem Landkreis Gießen, verschiedenen Bildungsträgern und Unternehmen der dortigen Region zur Schaffung eines dreistufigen Eingliederungsverfahrens von Geflüchteten in die duale Ausbildung vor.
Unter Leitung des Landkreises Gießen wurde ein Konsortium aus Agentur für Arbeit Gießen, Jobcenter Gießen, ZAUG gGmbH, der Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung (IJB e. V.) und der Jugendwerkstatt Gießen gGmbH gegründet, welches die Umsetzung des Verfahrens sicherstellen sollte.
In dem Workshop wurden die Ausgangslage, die Erfahrungen der Vergangenheit, die abgeleitete Entwicklungsstrategie, der in verschiedenen Schritten und Meilensteinen unterteilte Entwicklungsprozess sowie die beteiligten Behörden, Institutionen und Partner dargestellt, aber auch die Konflikte und Herausforderungen benannt und deren Bearbeitung beschrieben.

In diesem Workshop wurde unter die Lupe genommen, wie es einem Landkreis mit einem hohen Zuzug Neuzugewanderter gelingen kann, passende Strukturen speziell für die Eingliederung in die duale Ausbildung zu etablieren. Gerade bei dem hohen Aufkommen an verschiedenen Programmen und dem Anspruch vieler etablierter Akteure, selbst eine koordinierende Rolle in diesem Prozess einzunehmen, kann es herausfordernd sein, die relevanten Stakeholder für solch ein Vorhaben zu gewinnen. Mögliche Strategien hierzu wurden von den Teilnehmenden diskutiert. 

Reflexionsphasen

 
Sowohl nach dem Einführungsimpuls und der Podiumsdiskussion als auch nach der Workshopphase hatten die Teilnehmenden in zwei Reflexionsphasen Gelegenheiten zum Austausch untereinander. In Kleingruppen (aufgeteilt nach Kommunengröße), konnten sich die Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren zusammenfinden und das Gehörte auf die eigene Arbeitsrealität übertragen. 
Auf einem Problem-Lösungsbaum hielten sie zunächst ihre Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit externen Akteuren fest und konzentrierten sich am Nachmittag auf mögliche Lösungsansätze
 

Hier steht Ihnen eine Auswahl der bearbeiteten Lösungsbäume der vier Fachveranstaltungen als Download zur Verfügung:

Bildergalerie mit einigen Impressionen der Fachveranstaltung in Würzburg

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