„Es braucht einen zielgerichteten, verständigungsorientierten Austausch auf Augenhöhe."

Dokumentation der regionalen Fachveranstaltung in Kassel I am 8. Mai 2018

Art:

Ort:
Tagungszentrum Kulturbahnhof Kassel
Franz-Ulrich-Str. 6
34117 Kassel
Datum:
Dienstag, 8. Mai 2018 - 9:00 bis 17:00
Kontakt:

Das übergeordnete Thema aller vier Fachveranstaltungen war „externe Kooperation mit Akteuren der Zivilgesellschaft in der Kommune“. Dabei meint dies ein breites Spektrum an Akteuren wie Verbände, Agenturen, Kammern, Träger der Kinder- und Jugendarbeit, Migrantenorganisationen, Sozialpartner, Religionsgemeinschaften etc.  aber auch ehrenamtliche organisierte Initiativen und Vereine. 

Im Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ ist Kooperation explizit angelegt und eine zentrale Grundannahme: Die Integration der Neuzugewanderten in das Bildungssystem, in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt kann nur kooperativ gelöst werden. Damit lässt sich eine weitere Grundannahme verbinden: „Wenn im Alltagsleben einer Kommune das Miteinander in Vielfalt funktioniert, profitiert davon die Gesellschaft insgesamt.“ (Frank Gesemann & Roland Roth; Erfolgsfaktoren der kommunalen Integration von Geflüchteten 2017; S.2).  
 
Kommunen und Akteure der Zivilgesellschaft sind also heutzutage mehr denn je gefragt zu kooperieren, denn die komplexen Aufgaben in einer Kommune können nur kooperativ und gemeinschaftlich gelöst werden. Um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, sind die Akteure vor Ort aufeinander angewiesen: es geht um deren Wissen, um deren Kompetenzen, um deren Zugänge, um deren Ressourcen, um deren Handlungsspielräume und vieles mehr. 
 
Zentraler Bestandteil der Fachveranstaltungen war es daher, in Workshops und Reflexionsphasen der Frage nachzugehen, wie Kooperation im Kontext des Förderprogramms gestaltet, umgesetzt und koordiniert werden kann. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren hatten die Möglichkeit, sich im Kontext ihrer Arbeit kollegial auszutauschen, zu beraten und voneinander zu lernen. Über die Praxisbeispiele sollten erfahrungsbasiertes Wissen vermittelt und darüber Hinweise für die Arbeit vor Ort generiert werden. D.h. es ging nicht darum, allgemeingültige Empfehlungen oder Rezepte für den Aufbau und die Pflege von Kooperation zu geben, denn dafür ist das Thema und die kommunalen Kontexte zu vielschichtig. Vielmehr sollte die Fachveranstaltung dazu beitragen, die Arbeit als Koordinatorinnen und Koordinatoren in Bezug auf die Kooperation mit externen Akteuren zu reflektieren, laufende Kooperationen einzuordnen und möglicherweise neue Handlungsoptionen für die zukünftige Arbeit zu erhalten. 
 
Impulsvortrag: „Externe Kooperation“
Transferagentur für Großstädte

Nach einer Begrüßung durch den Projektträger DLR in Person von Dr. Klaus Peter Meinerz und durch die Transferagentur für Großstädte erfolgte ein kurzer Impulsvortrag zum Thema „Externe Kooperation“ von Markus Lindner, Leitung der Transferagentur für Großstädte.

In einer anschließenden Diskussion mit Akteuren aus der Praxis diskutierten die Podiumsgäste über ihre Perspektiven, Ziele und Handlungslogiken in der Zusammenarbeit mit externen Partnern außerhalb der Verwaltung.

In Kassel saßen auf dem Podium:
Volker Grendel, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales, Emden
Katja Schöne, Referentin der Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit, Kassel
Muhammet Karatas, Projektleiter, KAUSA Servicestelle Region Stuttgart
Lena Nzume, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Oldenburg

In der Podiumsdiskussion teilten die Referentinnen und Referenten ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit und ihre Perspektiven auf Kooperation zwischen Verwaltungsmitarbeitenden und externen Kooperationspartnern in der Kommune. Dabei war sich die Runde darüber einig, dass es neben einer zielgerichteten und transparenten Kooperationskultur ebenso um ein aufrichtiges Interesse am Gegenüber geht. Aus der Perspektive eines zivilgesellschaftlichen Akteurs, betonte Muhammet Karatas, zähle nicht nur die Notwendigkeit einer großen Kooperationsbereitschaft, sondern auch die einer aufrichtigen Begegnung auf Augenhöhe. Zudem hob er hervor, wie wichtig es sei, zwar vom eigenen Anliegen auszugehen, aber dabei immer auch das Interesse des Gegenübers zu verstehen und den Blick dafür zu schärfen, wie sich eine Vorteilsübersetzung für das Gegenüber generieren lässt. Ein wichtiges Merkmal nachhaltiger Kooperation ist es weiterhin, die Interessen anderer Akteure auf- und ernst zu nehmen, denn nur so könne ein gemeinsamer Zielfindungsprozess generiert werden – so ein Fazit der Diskussionsrunde. 

Es braucht einen zielgerichteten, verständigungsorientierten Austausch auf Augenhöhe.

Podiumsdiskutant

Neben grundsätzlichen Gelingensbedingungen von Kooperationsstrukturen entwickelte sich eine spannende Diskussion rund um die Rolle von Programmen – wie die Förderrichtlinie der Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren innerhalb dieser Kooperationsnetzwerke: Welche Möglichkeiten bietet die Förderrichtlinie und wie lässt sich trotz möglicher Ressourcenknappheit sowohl personell als auch finanziell etwas nachhaltig bewegen? Während der Druck unter den Koordinatorinnen und Koordinatoren spürbar sei, schnell Sichtbarkeit zu generieren und den Akteuren klar die eigene Rolle und ihren Mehrwert zu vermitteln, verwies Lena Nzume darauf, dass es gerade in urbanen Räumen nicht immer nur darum ginge, sofort neue Strukturen aufzubauen. Vielmehr sei es in ihrer Kommune ausschlaggebend gewesen, mit der Vielzahl an Akteuren Transparenz zu schaffen, um dann mögliche Doppelstrukturen und Überlappungen identifizieren und beseitigen zu können. Wichtig war es an dieser Stelle, sich nicht nur einen schnellen quantitativen Überblick zu verschaffen, sondern auch ein Verständnis für die jeweiligen Funktionen und Themen der einzelnen Gremien etc. zu entwickeln. So konnte sie dazu beitragen, dass bestehende Arbeitsstrukturen zum Teil zusammengeführt und ad hoc-Arbeitskreise wiederum aufgelöst werden konnten. Auch Katja Schöne bestätigte, dass nicht zu unterschätzen sei, was es bedeute, den Überblick zu haben. „Die Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren sind so etwas wie Sonden, die erfahren, wo der Schuh drückt“, so Schöne. Denn gerade in Kommunen mit solch hoher Aufgabenkomplexität und Akteursvielfalt gehe es nicht einfach darum, diverse (bilaterale) Kooperationen zu fördern, sondern auch um die sukzessive systematische Zusammenführung, Steuerung und Vernetzung in den einzelnen Bereichen. Genau hier liegt eine große Ressource in den Verwaltungen und in der Förderrichtlinie der Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren: Die Herstellung von Transparenz als wichtiges Element zu einer effektiven Steuerung wahrzunehmen und dies dazu zu nutzen, die oftmals bereits bestehenden Strukturen und gewachsenen Kooperationen entsprechend zu unterstützen und weiterzuentwickeln. 

In vier parallelen Workshops stellten Referentinnen und Referenten Beispiele guter Praxis aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der kommunalen Koordinierung vor. Im Mittelpunkt standen Ausgangslagen, Rahmenbedingungen, Prozesse und Strukturen zum Gelingen der Kooperation.

Workshop 1 

Netzwerk mit Mehrwert im Bereich Ehrenamt-Hauptamt 

Dr. Ulrike Keller und Matthias Riesterer, Landkreis Offenbach, Fachdienst Volkshochschule/ Weiterbildung, Kommunale Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte,  
größerer Landkreis 
Moderation: Iris Lopatta, Transferagentur für Großstädte
Der große Wert des freiwilligen Engagements in unserer Gesellschaft hat sich 2015 im Rahmen des großen Flüchtlingszustroms gezeigt. Die Bildungskoordination für Neuzugewanderte wollte das wertvolle Engagement der Freiwilligen und Ehrenamtlichen im Flüchtlingskontext fördern und sich unter Einbindung der Verwaltung für eine Kultur und vertiefte Formen der Zusammenarbeit stark machen. Regelmäßige Netzwerktreffen bieten den Freiwilligen und Ehrenamtlichen den Rahmen zum Austausch. Diese sogenannten netzWERTe werden von der Bildungskoordination organsiert und dienen der engeren Vernetzung und dem regelmäßigen strukturierten Informationsaustausch unter den Flüchtlingsinitiativen und mit der Kreisverwaltung.
Zielgruppen der netzWERTe sind die Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie Sprecherinnen und Sprecher der freiwilligen bzw. ehrenamtlich geführten Flüchtlingsinitiativen sowie die kommunalen Koordinationsstellen des freiwilligen Flüchtlingsengagements.
Im Kern ging es in diesem Workshop darum zu analysieren, welche Ansätze und Strukturen sich seitens der Verwaltung als wirksam und hilfreich erweisen, um einen Dialog mit dem Ehrenamt im Bereich der Integration Neuzugewanderter ins Bildungssystem zu gestalten und somit auch mittel- und langfristige Kooperationsstrukturen zu etablieren und effektiv zu steuern. 
 
Im Landkreis Offenbach galt es hier zunächst, Transparenz über die neuen Einbindungsprozesse der Zivilgesellschaft innerhalb der Verwaltung zu kreieren und relevante Akteure ämterübergreifend für den Prozess zu gewinnen. Die aktive Einbindung der Ehrenamtsvertreterinnen in die Ausgestaltung der ersten Netzwerktreffen trug entscheidend zu einer hohen Beteiligung seitens der zivilgesellschaftlichen Akteure bei. Sie legte den Grundstein für die aktuelle Weiterentwicklung der zukünftigen Arbeitstreffen. 
Workshop 2

Ehrenamtliche Bildungsbeauftragte aus Migrantenorganisationen –  eine starke Verbindung! 

Cemalettin Özer, Geschäftsführer MOZAIK gGmbH, Bielefeld, Großstädte
Moderation: Hadrien Segond, Transferagentur für Großstädte
Mit dem bundesweiten Transferprojekt „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2016 das Engagement Ehrenamtlicher aus Migrantenorganisationen gefördert, die Migrantinnen und Migranten in Fragen der Aus- und Weiterbildung durch eine Verweisberatung an Regelstrukturen unterstützen. Hierbei stand die Idee im Mittelpunkt, dass die persönlichen Zugänge zu den Communities und das spezifische Wissen über die Bildungssysteme der Herkunftsländer der Zielgruppe die Ansprache und den Verweis an Regelstrukturen erleichtern und effektiver machen.
Cemalettin Özer war als Projektleiter für den bundesweiten Aufbau des Projekts verantwortlich. In dem Praxisbeispiel stellte er zentrale Aspekte der Kooperation mit Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Migrantenorganisationen in einer Kommune vor: Welche Ziele und Motive dabei eine Rolle spielen und wie sich Kooperationshemmnisse überwinden lassen, die sich aus unterschiedlichen Organisationsstrukturen, Arbeitskulturen sowie dem Konflikt zwischen Haupt- und Ehrenamt ergeben. Özer referierte außerdem über den Prozess der Kooperation mit Migrantenorganisationen in Großstädten.
Im Workshop ging es vorrangig um die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt, insbesondere im Kontext von Migrantenorganisationen. Aufgrund unterschiedlicher regionaler Entwicklungen und Traditionen herrschen große Unterschiede in der Vielfalt und Ausprägung von Migrantenorganisationen in den Bundesländern. Es ist nicht möglich, von „den“ Migrantenorganisationen zu sprechen, da sie sich in ihrer Arbeit, ihrer Größe und ihrem Vereinszweck stark unterscheiden. Viele dieser Vereine spielen in der Integrationsarbeit eine sehr wichtige Rolle. Sie ermöglichen wichtige Zugänge zu Zielgruppen, sind in der Arbeit mit diesen als Berater relevant und können etablierte Träger oder Verwaltungen mit Wissen und Erfahrung unterstützen.   
 
Eine grundsätzliche Herausforderung für Verwaltung oder Träger, die mit Migrantenorganisationen kooperieren, sind ihre Strukturen und Ressourcen. Zudem werden sie oft als Türöffner zu einer bestimmten Gruppe gesehen, ohne dass sie darüber hinaus ernst genommen werden.
 
Um die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass beide Seiten profitieren können, ist es wichtig, Verbindlichkeiten in der gemeinsamen Arbeit herzustellen. Auch müsse versucht werden, nachhaltige Strukturen zu schaffen und dabei die mitunter stark divergierenden organisationalen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
 
Gelingen könne dies über den persönlichen und niedrigschwelligen Kontakt zu den Akteuren. Mit formalisierten Anschreiben oder E-Mail-Austausch würde man selten Erfolge in der Kommunikation erzielen. Zudem müssten gemeinsame Ziele gesetzt werden und kontinuierlich verfolgt und überprüft werden. So kann allen Beteiligten ermöglicht werden, einen Mehrwert in der Kooperation zu erkennen und sich dafür einzusetzen. Für Migrantenorganisationen sei ein Mehrwert z.B. die Professionalisierung der Organisation oder gesteigerte Sichtbarkeit der Vereinsarbeit.
 
Workshop 3

Entwicklung einer rechtskreisübergreifenden Förderkette für Neuzugewanderte 

Volker Grendel, Stadt Emden, Fachbereichsleitung Gesundheit und Soziales, mittelgroße kreisfreie Stadt
Moderation: Dr. Daniel März, Transferagentur für Großstädte
Die Stadt Emden hat ein Kooperationsprojekt zur Entwicklung eines Integrationsprozesses auf Basis einer gemeinsam mit allen relevanten Stakeholdern erarbeiteten rechtskreisübergreifenden Förderkette aufgesetzt.
Ausgehend von den bestehenden kommunalen Integrationsmaßnahmen und einem 2016 speziell installierten kommunalen Sprachförderprogramm ist das Ziel des noch laufenden Kooperationsprozesses, einen standardisierten Prozess für die Integration von Neuzugewanderten zu erarbeiten. Dies sollte auf Basis einer rechtskreisübergreifenden Förderkette, einer frühzeitigen einfachen Kompetenzfeststellung und einer gemeinsamen Maßnahmendatenbank umgesetzt werden.
Im Workshop stellte Volker Grendel die Ausgangslage, die Erfahrungen der Stadt Emden, die abgeleitete Entwicklungsstrategie, den in verschiedene Schritte und Meilensteine unterteilten Entwicklungsprozess sowie die beteiligten Behörden, Institutionen und Partner dar. Auch ging er auf die Konflikte und Herausforderungen ein und beschrieb, wie die Stadt damit umgegangen ist. Abschließend erfolgte ein Ausblick auf die zukünftigen Schritte sowie die Überlegungen zur nachhaltigen Verstetigung und ein Fazit auf Basis der ermittelten erfolgskritischen Faktoren.
Ein großer Diskussionspunkt des Workshops waren Aspekte des Praxisbeispiels, die das datenbasierte Arbeiten berührten: Zum Beispiel die Frage, wie Ausgangsdaten der im Praxisbeispiel identifizierten Zielgruppe erhoben bzw. ermittelt werden, über die es keine weitergehenden Informationen in der Kommune gibt. Eine weitere Frage war, wie man es schaffen kann, die Eigen- und Einzelinteressen von Kooperationspartnern abzubauen und die Entstehung einer Projektidee als strategische Entwicklung aus dem Gesamtkontext Bildungsmanagement und Integration zu begreifen und schließlich umzusetzen.
 
Als Herausforderungen genannt: 
  • Entwicklungen von Projektideen, die ausreichend offen für den Partizipationsprozess bleiben, gleichzeitig aber zusammen eine größtmögliche Durchdringung des Feldes erreichen und dabei bildungspolitische Prioritäten beachten sollen
  • Abbau der Eigeninteressen der Teilnehmenden
  • Schädliche Prozessdauer durch zu viele notwendige Zwischeninformationen 
  • Mühsame Einwerbung der proaktiven Mitarbeit der externen Akteure 
 
Als Lösungsansätze zu diesem Thema wurden folgende herausgearbeitet:  
  • Hilfreiche Vorteilsübersetzungen leisten 
  • Partielles Akzeptieren von Einzelinteressen im Prozess, um Mitarbeit zu erhalten 
  • Vermittlung eines systemischen Ansatzes, statt Diskussion von Einzelfällen (insbesondere bei Zielfindung)
 
Workshop 4 

Gemeinsame Kompetenzorientierung der Sprachkursträger in Oldenburg 

Lena Nzume, Stadt Oldenburg, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Amt für Zuwanderung und Integration, große kreisfreie Stadt
Moderation: Lukas Röber, Transferagentur für Großstädte
 
In Oldenburg haben die Sprachkursträger gemeinsam mit der Kommune eine Vereinbarung für eine einheitliche Kompetenzorientierung im Sprachkursbereich geschlossen. Dabei entstand im Rahmen der Sprachförderkoordinierung neben einheitlichen Zertifikaten auch ein gemeinsamer Fragebogen zur Kompetenzerfassung. Dadurch konnte die Kooperation der Träger untereinander wesentlich gestärkt werden.
Im weiteren Verlauf soll es nun darum gehen, den gemeinsamen Interviewleitfaden zu überarbeiten und eine gemeinsame Beratungsstelle einzurichten.
Wie es gelang, die teils konkurrierenden Träger an einen Tisch zu bringen und welche Herausforderungen sich ergeben, wenn es um eine Vereinheitlichung der Kompetenzerfassung geht, erläuterte Lena Nzume.

Die größte Herausforderung im Prozess des Praxisbeispiels war es, einen Prozess der Kooperation in einem Bereich der Konkurrenz aufzusetzen. Aus diesem Grund wurde zunächst ein Schwerpunkt auf Überzeugungsarbeit und einen wertschätzenden Umgang mit den Weiterbildungsträgern gelegt. Hilfreich dabei war die Unterstützung der Verwaltungsspitze, zu der es jedoch viel Verhandlungsgeschick der Akteure benötigte. Für eine gemeinsame Kompetenzorientierung wurden schließlich verschiedene Verfahren nebeneinandergelegt, verglichen und zusammengebracht.

Es war wichtig gleichzeitig ergebnisoffen und mit klaren Vorstellungen der Eckpunkte des Ergebnisses in die Aushandlungen mit den Trägern zu gehen.

Lena Nzume

Reflexionsphasen

Sowohl nach dem Einführungsimpuls und der Podiumsdiskussion als auch nach der Workshopphase hatten die Teilnehmenden in zwei Reflexionsphasen Gelegenheiten zum Austausch untereinander. In Kleingruppen (aufgeteilt nach Kommunengröße), konnten sich die Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren zusammenfinden und das Gehörte auf die eigene Arbeitsrealität übertragen. 
Auf einem Problem-Lösungsbaum hielten sie zunächst ihre Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit externen Akteuren fest und konzentrierten sich am Nachmittag auf mögliche Lösungsansätze
 

Hier steht Ihnen eine Auswahl der bearbeiteten Lösungsbäume der vier Fachveranstaltungen als Download zur Verfügung:

Bildergalerie mit einigen Impressionen der Fachveranstaltung in Kassel

1/7
2/7
3/7
4/7
5/7
6/7
7/7
Ansprechperson