Daten beschaffen I – Bestände und Lücken

Schritt 3
leere Stühle aus der Vogelperspektive

Das Mandat zum Bildungsmonitoring ist da – doch was nun? Bei den ersten Schritten mit Indikatoren und Berechnungsgrundlagen hilft der „Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings“, der vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg und dem Statistischen Bundesamt im Rahmen von „Lernen vor Ort“ erstellt wurde. Der Anwendungsleitfaden gibt für eine Vielzahl von Indikatoren Auskunft über den Zweck und Aussagefähigkeit der dazu gehörigen Kennzahlen, ihre Berechnungsformeln und Datenverfügbarkeit.

Viele Bildungsdaten lassen sich auch bei den Statistikstellen der Länder erfragen oder über die Bildungsdatenbank beziehen. Auch hier ist es essentiell, den Kern der Fragestellung definiert zu haben – denn nur dann lassen sich Indikatoren so auswählen, dass die Datensammlung Antworten auf eine Frage liefern kann. Christoph Fischer vom Statistischen Landesamt amüsiert mit einem Negativbeispiel: „Bei uns rufen Leute an und sagen: Ich brauche mal Bildungsdaten von 2005 bis 2014.“ Wichtig ist es hier, zu bestimmen, welche Daten wirklich gebraucht werden.

Werden aktuelle Daten benötigt, ist der Blick in die eigene Kommune und über Zuständigkeiten hinweg sinnvoller als eine Anfrage beim jeweiligen Statistischen Landesamt. In der Kinder- und Jugendhilfe ließe sich häufig eine Fülle von Daten finden, die sehr spannend sein können und die oftmals auch einen Sozialraumbezug aufwiesen, so Klaus Maciol, Bildungsplaner in Augsburg. Als Beispiele dieser noch viel zu häufig „ungehobenen Datenschätze“ nennt er die Befreiung von Kita-Gebühren oder die (Nicht-)Teilnahme an kommunalen Kinderferienprogrammen. Um diese Daten zu erschließen, braucht es eine vertrauensvolle ressortübergreifende Zusammenarbeit.

Fazit

  • Der Anwendungsleitfaden kann eine erste Orientierung bieten, welche Daten wo verfügbar sind.
  • Die Statistischen Landesämter können zwar viele, aber nicht alle gewünschten Daten liefern. Einschränkungen gibt es beispielsweise bei der Aktualität oder der regionalen Tiefe. Daher lohnt sich die Suche innerhalb der Kommune, um herauszufinden, welche Daten in den Ämtern vorliegen.
  • Die Kunst für Kommunen besteht darin, mit vorhandenen und erhältlichen Datensätzen so zu arbeiten, dass eine plausible Berichterstattung möglich ist.
Schritt 4

Daten beschaffen II – Non-formale Bildung und eigene Erhebungen