Ressourcen und Nachhaltigkeit sichern

Schritt 2

Um ein wirkungsvolles Bildungsmonitoring aufzubauen, muss eine Kommune Ressourcen zur Verfügung stellen. Davon hängt u. a. ab, in welcher Form die Ergebnisse gegossen werden. Stehen dauerhaft ausreichend Ressourcen für eine regelmäßige Bildungsberichterstattung zur Verfügung oder sind kurze thematische Analysen zu Schwerpunktthemen sinnvoll?

Da insbesondere am Anfang der Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf groß ist, bietet sich hier die Hilfe von Stiftungen oder anderen nicht-kommunalen Geldgebern an. Wenn erst einmal Arbeitsroutinen und Grundlagen geschaffen sind, kann die laufende Bildungsberichterstattung leichter und mit weniger Ressourcen weiterbetrieben werden. Aktuell können sich Kommunen für das Programm „Bildung integriert“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bewerben. Das Programm flankiert die Arbeit der Transferagenturen: Kommunalverwaltungen können Personalmittel für das Kommunale Bildungsmanagement und -monitoring erhalten. Bewerbungen für „Bildung integriert“ sind bis zum 31. Oktober 2015 möglich. Mehr lesen Sie hier.

Damit trotz eventuell begrenzter Ressourcen und aller Anstrengungen am Anfang das Bildungsmonitoring keine Eintagsfliege bleibt, müssen die Kommunen auch hier ihre eigenen Lösungen finden: In Mannheim wurde die Bildungsberichterstattung „von Anfang an von der Verwaltungsspitze mitgetragen und unterstützt“, erzählt Heike Fleischmann, Abteilungsleiterin des Fachbereichs Bildungsplanung und Schulentwicklung. Bereits im Jahr 2007 begann die Kommune auf Wunsch des Gemeinderats mit der ersten Bildungsberichterstattung: Es gab einen politischen Auftrag, vorhandene Daten zu sichten und aufzubereiten. Im Jahr 2009 kamen durch „Lernen vor Ort“ zusätzlich Ressourcen ins Spiel, die das Bildungsmonitoring weiter beförderten. So konnten eine Projektleiterin und die Verfasserin des ersten Bildungsberichts über „Lernen vor Ort“ finanziert werden. Da die Aufgaben im Bereich Bildungsmonitoring zunahmen, wurde zudem eine weitere Bildungsplanerin eingestellt. Auch nach Ablauf des Programms konnte die Stelle der Bildungsplanerin – und damit auch Wissen und Expertise – gehalten werden. Ende Mai 2015 geht in Mannheim der dritte Bildungsbericht in Druck.

In Bremen wurde der erste Bildungsbericht (2012) auf das Thema „Bildung, Migration, und soziale Lage“ fokussiert. Der rund 300 Seiten starke Bildungsbericht war nur durch die zusätzlichen  Personalressourcen aus „Lernen vor Ort“ möglich. Nach Programmende konnten die Stellen nicht weiter finanziert werden. Dennoch wurden mit dem Bericht Arbeitsroutinen entwickelt und Grundlagen erarbeitet (z. B. Definitionen), die weiterhin Verwendung finden. Das Referat für Statistik und Bildungsmonitoring hat noch während der Laufzeit von „Lernen vor Ort“ eine Struktur für thematische Kurzberichte erarbeitet, die regelmäßig zu häufig nachgefragten Themen wie Schulabsolventen, Inklusion, Ganztagsschulentwicklung erscheinen sollen. Aber: „Kurz ist oft schwieriger als lang“, wirft Lutz Jasker , Mitarbeiter bei Der Senatorin für Bildung und Wissenschaft ein. Er hält es pragmatisch. Leicht aktualisierbar müssten die Berichte sein, und sich an öffentlichem Interesse orientieren: „Themen, die brennen und häufig nachgefragt werden, ziehen wir vor.“

In der Landeshauptstadt Dresden wurden die Ergebnisse des Bildungsmonitorings von einer sehr interessierten Öffentlichkeit verfolgt und wertgeschätzt. Zum Ablauf der Programmlaufzeit von „Lernen vor Ort“ im August 2014 wurde von vielen Akteuren, insbesondere auch außerhalb der Stadtverwaltung, der Wunsch geäußert, das Bildungsmonitoring und die angestoßenen Prozesse im Bildungsmanagement weiterzuführen, nachhaltig abzusichern und personell zu unterfüttern. Heute sind im Geschäftsbereich Soziales zwei Stellen angesiedelt, die diese Themen vorantreiben.
 

Fazit

  • Es gibt nicht „das eine Konzept“ zur Verstetigung von Bildungsmonitoring. Je nachdem, welches Thema der Kommune wichtig ist, welche Ziele verfolgt werden und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, können ganz unterschiedliche Produkte ihren Zweck erfüllen.
  • Vollständigkeit ist kein Wert an sich. Aktuelle Daten zu haben, kann unter Umständen wertvoller sein, als vollständige Datensätze zu präsentieren – je nachdem, was das Monitoring leisten soll.
  • Strategisches Monitoring einzuführen bedeutet eine große Kraftanstrengung. Bundes- und Landesprogramme können wirkungsvolle Anschubhilfe sein, um Prozesse in Gang zu bringen. Lokale Hochschulen und Universitäten können hier wichtige Partner sein.
Schritt 3

Daten beschaffen I – Bestände und Lücken