„Berlin, Amsterdam, Stockholm – Die Generation Mix in der kommunalen Bildungslandschaft“

Vortrag von Dr. Jens Schneider, Migrationsforscher
Dr. Jens Schneider

Mit dem Thema einer „Generation Mix“ beschäftigte sich der erste Vortrag von Migrationsforscher Dr. Jens Schneider von der Universität Osnabrück. Er erläuterte auf Grundlage seines gleichnamigen Buches den demografischen Wandel in den Großstädten Europas. Sein Fazit: Es wird in Zukunft auch in Deutschland keine typische Mehrheitsgesellschaft mehr geben, sondern eine Generation Mix. In Amsterdam, Stockholm oder auch Paris ist dies schon heute Alltag.

Grundlage seiner Forschung ist die TIES-Studie, die in acht Ländern durchgeführt wurde. Sie beleuchtet den Integrationsstand der zweiten Generation von Migrantinnen und Migranten in Europa. Für einen deutschen Kontext fokussierte sich Schneider auf die zweite Generation der türkischen Migrantinnen und Migranten. Dabei wurden vor allem statistische Daten wie die (verhinderte) Teilhabe am Berufsleben oder an Bildung und der Bezug zum Quartier bzw. zur Stadt und ihren Stadtteilen näher untersucht. Doch neben einer quantitativen Grundlage forschten Schneider und seine Mitautoren mithilfe von qualitativen Interviews. Dabei kam heraus, was sich in statistischen Daten bereits andeutete und sie zudem bis zu einem gewissen Grad erklärt: Die zweite Generation von Migrantinnen und Migranten in Deutschland hat es aus unterschiedlichsten Gründen deutlich schwerer, einen gerechten Zugang zu höherer Bildung und zur Teilhabe am Berufsleben zu erhalten. Anders sieht die Lage in Schweden oder den Niederlanden aus. Schlussfolgerung bzw. Lösungsansätze sind folgerichtig also nicht nur zu lernen von diesen Ländern, sondern ebenso von anderen erfolgreichen Einwanderungsgesellschaften, dem deutschen Schulsystem und der Generation Mix selbst. Und das mit „ruhiger Hand und langem Atem“, so Schneider.

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