Räume für Bildung (1/2)

Dokumentation des Großstadtnetzwerks

Art:

Ort:
Online-
Veranstaltung
via Microsoft Teams
Datum: 
Donnerstag, 5. Mai 2022 - 9:00 bis 13:00
Kontakt:

Die Zielgruppe im Blick – ganzheitliche Konzeption formaler und non-formaler Bildungsorte 

 
Bei der Konzeption neuer Bildungsorte sowie der (Weiter-)Entwicklung bestehender Bildungsräume stehen Städte vor der Herausforderung, teils divergierende Interessen und Bedarfe zu vereinen, flexibel darauf zu reagieren und den Bürger:innen ansprechende und qualitativ hochwertige Räume für außerschulische und non-formale Bildung bereitzustellen. Gleichzeitig gilt es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine integrierte Nutzung ermöglichen oder befördern. Wenn mehrere Nutzungen an einem Ort zusammengedacht werden, kann dies Synergien zwischen Zielgruppen und Bildungsangeboten schaffen sowie die Räume effizienter auslasten. Hierfür sind verschiedene Ansätze und Maßnahmen möglich: Denkbar wäre zum Beispiel, den Schulhof am Nachmittag punktuell für die Nachbarschaft zu öffnen oder die Räumlichkeiten eines Jugendzentrums gezielt für Elternangebote zu nutzen. Umsetzbar wäre aber auch, freistehende Raumkapazitäten systematisch zu erfassen und diese in eine gesamtstädtische Strategie konzeptionell einzubinden. 
 
Das Großstadtnetzwerk hat hierfür aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive Anregungen geliefert und einen Anlass geboten, sich mit anderen Kommunen auszutauschen. Im Folgenden finden Sie die Dokumentation. 

Aus der Wissenschaft

Anforderungen an mehrfach genutzte Bildungsorte: Erkenntnisse aus der Forschung am Beispiel von Jugend- und Freizeithäusern

Impuls von Dr. Joëlle Zimmerli, Wissenschaftlerin und Geschäftsführerin der zimraum GmbH, sozialwissenschaftliches Planungs- und Entwicklungsbüro

In ihrem Impulsvortrag legte Dr. Joëlle Zimmerli die Hypothese dar, wie non-formale Bildungsorte – am Beispiel von Jugendhäusern – durch eine Öffnung für diversere Zielgruppen mehr Legitimation und finanziellen Spielraum durch Eigenwirtschaftlichkeit erhalten. Die Öffnung von Bildungsorten für weitere Nutzer:innengruppen ermögliche einerseits eine höhere Durchlässigkeit, in dem unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen an einem Ort zusammenkommen. Dabei zeigte Dr. Zimmerli auf, welche Anforderungen es an die mehrfachgenutzten Räume gibt, bspw. Stauraum für Mobiliar und Infrastruktur.    
 
Andererseits könnten die Räume durch Mehrfachnutzung für mehr Menschen zugänglich gemacht werden und so ein Beitrag zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit geleistet werden. Insbesondere vor dem Hintergrund sich verändernder politischer Rahmenbedingungen können Einrichtungen so abgesichert werden. Neben der Ermöglichung weiterer (Bildungs-)Angebote bietet die Öffnung dieser Orte auch Chancen für das Entstehen neuer Arbeitsplätze im Bereich der Niedrigqualifikation sowie der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. 

Aus der Praxis I

Vom strategischen Ansatz zur Umsetzung. Mehrfachnutzung sozialer Infrastruktur in Berlin 
 
Impuls von Ines Wegner und May Buschke, STATTBAU GmbH 
 

Als Geschäftsstelle Mehrfachnutzung wurde die STATTBAU GmbH von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen beauftragt. Dabei übersetzt sie im Rahmen einer Pilotphase die strategischen Ansätze der Stadt zum Thema Mehrfachnutzung in die Praxis und unterstützt die Bezirke bei der Umsetzung. 

Weitere Informationen

Broschüre "Mehrfachnutzung sozialer Infrastrukturen - Eine Perspektive für das wachsende Berlin", Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

 

3 Fragen an ... Dr. Joelle Zimmerli und May Buschke

Im folgenden Video geht Dr. Joelle Zimmerli auf weitere konzeptionelle Aspekte ein, die es insbesondere aus sozialwissenschaftlicher Planungsperspektive bei der Öffnung von Bildungsorten zu beachten gilt. 

Und May Buschke zeigt Schritte auf, die es zur Umsetzung von Mehrfachnutzungsprojekten braucht, sowie welche Lösungsansätze es für die mögliche Herausforderungen in der Praxis gibt. 

Video

Großstadtnetzwerk "Räume für Bildung" 05.Mai 2022- Transferagentur für Großstädte

Video of Großstadtnetzwerk "Räume für Bildung" 05.Mai 2022- Transferagentur für Großstädte

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Aus der Praxis II

Viele Ämter unter einem Dach – Koordination von vielfältigen Angeboten und verschiedener Zielgruppen am Begegnungsort Stadtteilzentrum Düsseldorf-Bilk
 
Impuls von Eva Thomas, Leiterin des Bürgerhauses und Anne Klinkertz, Leiterin der Stadtteilbibliothek
 
Im Düsseldorfer Stadtteil Bilk ist als Ergebnis einer Bürger:innenbeteiligung ein neues Stadtteilzentrum mit bürger:innennahen Services und Freizeitstätten entstanden. Dabei befinden sich im Gebäude neben dem Bürger:innenhaus und der Stadtteilbibliothek ein Bürger:innenbüro, ein Hallenbad und benachbart ein Einkaufszentrum. 
 
Die räumliche Nähe der Einrichtungen führt zur inhaltlichen wie organisatorischen Zusammenarbeit. So finden beispielsweise Veranstaltungen in Kooperation von Bürger:innenhaus und Bibliothek statt. Darüber hinaus können unbürokratisch Absprachen im laufenden Betrieb getroffen werden, die ein besseres Zusammenwirken vor Ort ermöglichen. Außerdem kann durch Angebote für unterschiedliche Zielgruppen „Laufkundschaft“ gewonnen und so die Zielgruppe erweitert werden. 
 
Ansprechperson

Das Großstadtnetzwerk der Transferagentur für Großstädte

Das Großstadtnetzwerk der Transferagentur für Großstädte ist ein bundesweites Netzwerk von Kommunen, die ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement aufbauen und weiterentwickeln, um für aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich ressortübergreifende Lösungen zu erarbeiten. Die Treffen fördern den städteübergreifenden Praxis- und Erfahrungsaustausch. Zudem bietet es ein Forum, um Einblicke in gute Praxis vor Ort zu erhalten und Zukunftsthemen für das DKBM zu diskutieren.