1. Kapitel

Aufgaben der und Voraussetzungen für kommunale Bildungskoordination

Integration von Neuzugewanderten in unsere Gesellschaft. Bildung ist Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und dafür, dass zugewanderte Menschen in der Zukunft eigene Beiträge für unser Land und unsere Gesellschaft leisten können. Hierbei kommt den Kommunen eine maßgebliche Rolle zu, denn hier entscheidet sich, ob Integration gelingt.“
(Förderrichtlinie des BMBF)1

Eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung bilanzierte 2017 in Zusammenhang mit der in der Förderrichtlinie hervorgehobenen Rolle der Kommunen für das Gelingen von Integration, dass erfolgreiches Handeln von Politik und Verwaltung von einer „koordinierten und abgestimmten Zusammenarbeit aller Beteiligten“ abhänge, „und zwar über Zuständigkeiten und Ebenen hinweg. Dies gilt nicht nur für die öffentliche Verwaltung auf den unterschiedlichen föderalen Ebenen und die Ressortzuständigkeiten, sondern auch für deren Kooperation mit der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und den Geflüchteten sowie ihren Organisationen selbst“. 2

Mit den vom BMBF geförderten Koordinierungsstellen der Bildungsangebote für Neuzugewanderte soll ein solches „verbessertes Management im gesamten Themenfeld Integration durch Bildung“ erreicht werden, das mit dazu beiträgt, dass „Partizipation und Integration unterschiedlicher Akteure und Akteurinnen […] im politischen und Verwaltungshandeln zusammen gedacht werden“. 3 Diese Förderung wird an zwei Ziele geknüpft: die Bündelung der lokalen Kräfte und das ressortübergreifende abgestimmte Handeln. Damit soll schließlich auch erreicht werden, dass nicht nur Einzelmaßnahmen implementiert werden, sondern ein systematischer und flächendeckender Umsetzungs- und Austauschprozess. Dieser integrative Ansatz wird auch Whole-of-Government-Ansatz genannt.4

Bildungsangebote und -zugänge für Neuzugewanderte zu organisieren ist eine Querschnittsaufgabe, an der viele verschiedene Akteure beteiligt sind: u. a. die Kommunalverwaltung, Träger der Kinder- und Jugendhilfe, das Schulamt, die Volkshochschule, Sport- und Kulturvereine, Stiftungen und Freiwillige in der Flüchtlingshilfe. Es braucht funktionierende Kooperationsstrukturen.5

Unterschiedliche lokale Faktoren nehmen Einfluss auf die Auslegung der kommunalen Integrationsaufgabe und auf die Bereitstellung von Ressourcen. Es ist nicht möglich, eine allgemein gültige Beschreibung der Tätigkeiten für alle kommunalen Bildungskoordinatoren anzubieten. Stattdessen kann versucht werden, einen Rahmen für die Stellen zu zeichnen, der auf den Anforderungen in der Förderrichtlinie basiert und Erfahrungswerte aus bisher gut zwei Jahren Begleitarbeit der Transferagentur für Großstädte (TAG) berücksichtigt.

Eine informelle und nichtrepräsentative Befragung unter 216 Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte durch die TAG in Vorbereitung der regionalen Fachveranstaltungen 2017 ergab, dass die Mehrheit unter ihnen mit bildungs- oder integrationspolitischen Schwerpunktthemen wie dem Übergangsmanagement, der Sprachförderung oder der Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt befasst sind. Eine deutlich geringere Anzahl gab an, vornehmlich mit strukturellen Aufgaben wie dem Aufbau von Gremienstrukturen betraut zu sein.

Darüber hinaus ist im Rahmen der Fachveranstaltungen häufig die Rede von sogenannten Kümmerern oder Spinnen im Netz gewesen, die sich zwischen den etablierten Kräften in der Verwaltung und der Kommune bewegen und für eine Bündelung bestimmter Themen sorgen können. Gleichzeitig sei mit der Einrichtung der Koordinationsstellen mancherorts auch die Hoffnung verbunden worden, durch die datenbasierte Koordination der Bildungsangebote auf eine Versachlichung der Integrationsdebatte vor Ort hinzuwirken.

In der Förderrichtlinie werden darüber hinaus folgende Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung der Aufgaben gefordert:

  • „Die Bildungskoordinatorin oder der -koordinator für Neuzugewanderte ist grundsätzlich in der Kommunalverwaltung an zentraler Stelle angesiedelt. So soll die strategische Steuerungsaufgabe gestützt werden.
  • Die Koordinatorin/der Koordinator hat eine Schnittstellenfunktion und ist fester Ansprechpartner für die zuständigen Stellen innerhalb der Kommunalverwaltung sowie für die zivilgesellschaftlichen, nichtstaatlichen, ehrenamtlichen Initiativen außerhalb der Kommunalverwaltung (Stiftungen, Vereine, ehrenamtliche Initiativen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Sozialpartner, Bildungsträger, Kammern und Unternehmens-Initiativen etc.).
  • Sie/er koordiniert übergreifend Akteure und Bildungsangebote, d. h. sie/er organisiert und führt nicht die Maßnahmen selbst durch, sondern gibt Anregungen und Impulse für erforderliche Angebote und Initiativen. Zu den Anregungen und Impulsen kann es auch gehören, einmalig Maßnahmen selbst zu organisieren und durchzuführen.
  • Die Koordinierungsarbeit basiert auf Daten. Dazu sollen bereits erhobene Daten über die Neuzugewanderten genutzt werden. Auf Basis vorhandener Daten können Angebote zielgerichtet konzipiert werden.

Die Ausgangslagen in den Kommunen sind aufgrund unterschiedlichster lokaler Faktoren (Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur, Größe der Kommune, Migrationserfahrung) jedoch sehr verschieden. Es können einige allgemeine Faktoren genannt werden, die für das Gelingen einer kommunalen Bildungskoordination wichtig sein können:

Mit einem kommunalem Integrationsplan werden die Richtlinien für die Integrationspolitik vorgegeben. Im Gegensatz zu pflichtigen kommunalen Aufgaben wie z. B. beim Vollzug des Aufenthaltsrechts, der Unterbringung oder der Gewährung von Sozialleistungen, ist die kommunale Koordinierung von Bildungsangeboten Teil freiwilliger Aufgaben der Selbstverwaltung. Bei deren Ausgestaltung genießen die Kommunen den größten Handlungsspielraum. 6

Lokale Faktoren und die Leitlinien der Integrationspolitik ermöglichen eine Schwerpunktsetzung für die Integrationsarbeit und damit eine konkrete Zielsetzung für die Bildungskoordination. Mithilfe der Ziele und Schwerpunkte lassen sich konkrete Handlungsfelder ableiten, in denen die Bildungskoordination zum Einsatz kommen soll. Diese können z. B. im Bereich der frühkindlichen Bildung, der Schulbildung, der Sprachförderung, des Übergangsmanagements oder der Arbeitsmarktintegration liegen.

Entsprechend der thematischen Schwerpunktsetzung kann die organisationale Verankerung der Bildungskoordination in der Kommunalverwaltung erfolgen. Hiervon hängen u. a. Fragen nach der Rahmung der Stelle, ihrer Ansiedlung, und der Anbindung an die Regelstruktur (auch im strategischen Verständnis der Verantwortlichen) und Verknüpfung mit Fachaufgaben ab.

Fachaufgaben aus einem oder mehreren Bereichen zu koordinieren, kann sehr voraussetzungsvoll sein. Um ein bestmögliches Gelingen in der begrenzten Programmlaufzeit zu ermöglichen, sollten gewisse Faktoren gegeben sein. Ein Faktor ist das Verständnis für die strategische Bedeutung. Ein weiterer Faktor ist die organisatorische Ansiedlung. Schließlich ist die Klärung von Rolle und Aufgaben wichtig für das Gelingen der Arbeit.

Nachfolgend gehen wir auf die einzelnen Faktoren ein.

In der Förderrichtlinie des BMBF werden die Aufgaben der Bildungskoordinatoren wie folgt beschrieben:

Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien bei Nutzung und Erweiterung gegebenenfalls bestehender Strukturen. Die Verbesserung der Bildungszugänge für Neuzugewanderte ist eine Querschnittsaufgabe. Ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen der zuständigen Ämter, kommunalen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteure ist nur durch institutionalisierte Abstimmungsprozesse in speziell dafür eingerichteten Gremien möglich. Für die ressortübergreifende Koordinierung der Akteure und deren Maßnahmen baut die Koordinatorin/der Koordinator Strukturen und Gremien auf (Stabstellen, Arbeitsgruppen, Steuerungskreise, Flüchtlingsräte, Runde Tische, u. a.) und/oder nutzt bereits für das kommunale Bildungsmanagement etablierte bzw. für die Koordinierung der Neuzuwanderung eingerichtete Koordinierungsstrukturen/-gremien.

Identifizierung und Einbindung der relevanten Bildungsakteure innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung. Neben den zuständigen Ämtern und Bildungseinrichtungen in den Kommunen sowie den etablierten Vereinen, Stiftungen, Sozialpartnern, Kirchen und Religionsgemeinschaften etc. haben sich in den vergangenen Monaten viele ehrenamtlich organisierte Initiativen engagierter Bürgerinnen und Bürger gegründet und zusammengeschlossen. Diese neuen, oft noch nicht institutionell verfestigten Netzwerke und Akteure gilt es zu identifizieren und in die Koordinierungsgremien einzubinden – im Sinne einer Bündelung der Kräfte vor Ort und des gemeinschaftlichen Zusammenwirkens aller lokalen Akteure. Damit wird das Engagement der Bürgerinnen und Bürger anerkannt und wertgeschätzt, zugleich werden neue Akteure und Netzwerke institutionell gestärkt, aus denen sich weitere lokale (Bildungs-)Bündnisse entwickeln können.

Herstellung von Transparenz über vor Ort tätige Bildungsakteure sowie vorhandene Bildungsangebote. Vielfach besteht nur ein begrenzter Überblick über die vor Ort tätigen Institutionen und Initiativen sowie deren Angebote. Die Informationen hierüber gilt es zentral und gebündelt verfügbar zu machen. Hierfür können vorhandene Infrastrukturen und Anlaufstellen der kommunalen Bildungsberatung bzw. von Bildungseinrichtungen in kommunaler Trägerschaft genutzt werden (Volkshochschulen, Bibliotheken etc.). Idealerweise lassen sich aus dem generierten Überblickswissen vorhandene Leerstellen und Lücken identifizieren, so dass neue Angebote initiiert werden können. Die zu erfassenden Bildungsangebote und Integrationsmaßnahmen sollen die gesamte Bandbreite formaler und nonformaler Lernangebote entlang des Lebenslaufs umfassen. Dabei sollen auch weiter gefasste Angebote der interkulturellen Vermittlung und des interkulturellen Austausches berücksichtigt werden.

Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommune. Die Förderrichtlinie unterstützt Kommunen dabei, die kommunale Koordinierung der Bildungsaktivitäten für Neuzugewanderte zu optimieren. Durch die beschriebenen Aufgaben werden die Koordinatorinnen und Koordinatoren zu zentralen Wissensträgern, die über notwendige Steuerungsinformationen für kommunale Entscheidungsträger verfügen. Sie nehmen so eine für die Kommunikation und Steuerung wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Bildungsakteuren und kommunalen Entscheidern ein.

Faktor Strategie

Der Einrichtung einer Bildungskoordination sollte eine Auseinandersetzung mit der Frage vorangehen, welche strategischen Ziele mit der Stelle verbunden werden. Die für das Querschnittsthema zuständigen Ämter oder Fachbereiche bzw. das verantwortliche Dezernat sollten prüfen, ob das Thema in die kommunale Bildungs-und/ oder Integrationsstrategie einzahlen kann. Von dieser Zielsetzung ausgehend, können die beteiligten Akteure ableiten, mit welchen Aufgaben die neue Stelle beauftragt sein sollte. Folgende Fragen können dabei leitend sein:

  • Was ist der Vorteil dieser neuen Funktion?
  • An welchen Schnittstellen soll sie wirken?
  • Welche Ziele werden mit ihren Aufgaben verfolgt?
  •  Was soll durch die Erfüllung dieser Aufgaben „besser bzw. anders“ sein als vorher?

Von der Beantwortung der Frage nach der strategischen Bedeutung der Bildungskoordination, lassen sich Überlegungen ableiten, wie die Stelle auszustatten ist (Mandat, Befugnisse und Ressourcen). Schließlich kann darüber nachgedacht werden, welche Form der Ansiedlung sinnvoll wäre. Zudem ist es wichtig, zu klären, ob und wie die Bildungskoordination mit anderen bestehenden Strukturen oder anderen ähnlich gefassten Querschnittsfunktionen (Integrationsbeauftragte, Integrationsmanagement, Bildungsmanagement, Bildungsmonitoring) verknüpft werden soll. So kann sichergestellt werden, dass die Bildungskoordination für Neuzugewanderte keine isolierten Aufgaben bearbeitet.

Faktor Rollenklärung

Die Bildungskoordination wirkt nicht in, sondern zwischen relevanten Fachaufgaben. Sie ist daher auf klar definierte Aufgaben und eine nachvollziehbare Rollenbeschreibung angewiesen. Werden Rolle und Aufgaben der Koordination innerhalb der Verwaltung transparent gemacht, kann dies den Mehrwert für die betreffenden Organisationseinheiten verdeutlichen. So können mögliche Vorbehalte und Unsicherheiten vermieden und die Akzeptanz für die Koordination gefördert werden, die es braucht, um komplexe Aushandlungsprozesse zwischen beteiligten Verwaltungseinheiten zu koordinieren oder zu moderieren.

Da häufig keine fertigen Stellenbeschreibungen für die Bildungskoordination bestehen, bieten der besondere Kontext der Aufgabe und die praktischen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den relevanten Verwaltungseinheiten und externen Akteuren auch Raum für eine Weiterentwicklung der Stelle. Schließlich ist davon auszugehen, dass sich die Rollen je nach Thema und Akteurskonstellation verändern können. Daher ist es hilfreich, regelmäßig und systematisch die Rolle zu reflektieren.

Faktor Ansiedlung

Mit der Förderrichtlinie wird die Erwartung verknüpft, dass die Bildungskoordinatorinnen und -koordinatoren an zentraler Stelle anzusiedeln sind, da sich so die strategische Steuerungsaufgabe umsetzen lässt. Dabei kann eine solche strategische Stelle entweder eine Organisationseinheit innerhalb eines Amtes sein, oder bei einer bereits bestehenden kommunalen Koordinierungsstelle (in Hessen und Nordrhein-Westfalen können diese z. B. kommunalen Integrationszentren sein) oder einem Bildungsbüro. Die Steuerungsgruppe der Transferagentur in Nordrhein-Westfalen empfahl 2015, die Bildungskoordinatoren bei einer kommunalen Koordinierungsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss“, bei einem kommunalen Integrationszentrum oder einem Bildungsbüro anzusiedeln.7 Insbesondere in Städten und Kreisen, die bereits über Strukturen eines Bildungsmanagements verfügen, ist eine Vielzahl der Koordinatoren in Bildungsbüros angesiedelt. Das Bildungsmanagement und das -monitoring sind häufig in gemeinsamen Bildungsbüros beheimatet. Diese Organisationseinheiten können sowohl als Stabstellen, innerhalb einer Linie oder auch bei einer Volkshochschule (VHS) eingerichtet sein.

Die Stabstelle ist eine auf ein Themenfeld spezialisierte Organisationseinheit, die auf der politischen oder strategischen Ebene angesiedelt ist. Dadurch ergibt sich eine ämter- oder ressortübergreifende Perspektive, die es ermöglicht, Bildung und Integration als Querschnittsthemen zu verankern. Die Ansiedlung außerhalb der Linienstruktur erlaubt ihr jedoch im Umkehrschluss, Sachthemen konzeptionell und strategisch zu bearbeiten. Die Anbindung an die operative Ebene kann über gemeinsame Gremien und den Informationsfluss über die Leitungsebenen der Verwaltungseinheiten gewährleistet werden. 8

Die Ansiedlung der Bildungskoordinatorinnen und -koordinatoren in der Linie, also in einem Amt oder im Bildungsbüro, schafft Nähe zu bildungsrelevanten Bereichen. In größeren Kommunen gibt es bis zu drei Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte, die oft in verschiedenen Bereichen angesiedelt sind. So lassen sich über die Ressortgrenzen hinweg Themen koordiniert bearbeiten. Die Distanz beispielsweise zur strategischen Ebene kann jedoch auch zu fehlender Sichtbarkeit führen. Zudem kann Ressortdenken ein Hemmnis darstellen.9 Die Ansiedlung in der Volkshochschule (VHS) birgt eine Menge Potenzial. Die multithematische Ausrichtung einer VHS sowie ihre breite Vernetzung in der Kommune können eine gute Ausgangslage für die Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte bedeuten. Zudem ist die VHS ein für alle Menschen offen zugänglicher Ort. Viele der im Kontext der Integration von Neuzuwanderung relevanten Integrations- und Sprachkurse werden von den VHS angeboten. Zudem verfügen die Beschäftigten oft über breite Erfahrungen mit den wichtigsten Zielgruppen. Für das Gelingen der Koordinierungsaufgabe mit Blick auf die ressortübergreifende Zusammenarbeit, gilt auch bei der Ansiedlung in der VHS, dass Nähe oder Distanz zu den anderen Ebenen wichtige Faktoren sein können. Hier kommt es wiederum auf die Ansiedlung der VHS in der Kommune an.

Bei der Form der Ansiedlung sollte eine Rolle spielen, wie es am besten gelingen kann, die Bildungskoordination in die kommunale Verwaltung zu integrieren, sie an Strukturen, Verfahren und Routinen anzubinden. Die Unterstützung der zuständigen Führungskraft ist ein weiterer entscheidender Faktor, um zu gewährleisten, dass die Koordination sichtbar wird. Dafür sollten ihre Anliegen regelmäßig in Leitungsrunden und Dienstbesprechungen vertreten werden.10

Unabhängig von dem organisationalen Modell lassen sich mit der Einrichtung einer Koordinationsstelle auch strukturelle Ziele verknüpfen, die für eine moderne Verwaltungsarbeit förderlich sein können. Dies können u. a. die Vermeidung oder Abschaffung von unnötigen Doppelstrukturen (z. B. die Zusammenlegung von drei Steuergruppen zu einem zentralen Gremium, in dem die relevanten Personen und Themen gebündelt werden), die Optimierung und Beschleunigung von Prozessen der Verwaltung durch eine effizientere ressortübergreifende Zusammenarbeit und die Förderung von Kooperationen der Verwaltung mit externen Akteuren sein (z. B. Kooperation mit einer Migrantenorganisation mit dem Ziel der interkulturellen Öffnung der Verwaltung.

Endnoten: 

1 Bundesministerium für Bildung und Forschung: Förderrichtlinie zur kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte. Berlin 2016, auf: https://www.transferinitiative.de/bildung-fuer-neuzugewanderte.php (aufgerufen am 15.02.2019).

2 Vgl. Erler, Gisela; Gottstein, Margit: Lehren aus der Flüchtlingspolitik 2014 – 2016. Überlegungen für die übergreifende Kommunikation, Koordination und Kooperation. Heinrich-Böll-Stiftung, 2017, auf: https://heimatkunde.boell.de/sites/default/files/lehren_aus_der_fluechtlingspolitik.pdf (aufgerufen am 15.02.2019). S. 4.

3 Ebd.

4 Vgl. Erler und Gottstein, S. 4f.

5 Vgl. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration – Teilhabe, Chancengleichheit und Rechtsentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland, 2016, auf: https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975292/729998/fdcd6fab942558386be0d47d9add51bb/11-lagebericht-09-12-2016-download-ba-ib-data.pdf?download=1 (aufgerufen am 04.02.2019).. S. 256f.

6 Vgl Schammann, Hannes: Impulsreferat: Kommunale Aufgaben bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen, in: Integrations- und Bleibeperspektiven für Geflüchtete in ländlichen Räumen: (Was) kann lokale Politik beitragen? (Wie) wird sie vom Land, Bund und EU wirkungsvoll unterstützt? Thünen-Institut 2017, S. 72f, auf: https://www.thuenen.de/media/publikationen/thuenen-report/Thuenen_Report_53.pdf (aufgerufen am 13.02.2019). S. 72f.

7 Vgl. Steuerungsgruppe der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement NRW: Ausschreibung des BMBF zur Organisation und Koordination von Bildungsangeboten für Flüchtlinge – Empfehlungen für die Besetzung der Stellen eines Bildungskoordinators / Bildungskoordinatorin in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten in Nordrhein- Westfalen. Düsseldorf 2015.

8 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) (Hrsg.): Bildung gemeinsam gestalten. Ein Leitfaden für ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement. Bonn 2015., S. 26f.

9 Bildung gemeinsam gestalten, S. 27.

10 Ebd.