Vorwort

Bildungskonferenzen: Bildungslandschaften partizipativ und nachhaltig gestalten

Wenn es darum geht, die verschiedenen Bildungsakteure in der Kommune an einen Tisch zu bringen und zu beteiligen, sind Bildungskonferenzen ein gutes Format. Auch als ein Instrument des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements sind sie bundesweit erprobt. Entscheidend für die Ausgestaltung ist die kommunale Ausgangslage und die Frage, was mit dem Instrument erreicht werden soll. Bei der Konzeption sollten daher stets folgende Fragen im Blick behalten werden: Was kann die Bildungskonferenz leisten? Welche Funktion kann sie erfüllen, die innerhalb der Bildungslandschaft noch nicht abgedeckt ist? Welche Akteure brauche ich und wie können diese Personen beteiligt werden? Wie kann die Bildungskonferenz innerhalb der existierenden Strukturen und Prozesse so ausgestaltet werden, dass sie einen Mehrwert für die Bildungslandschaft in der Kommune leistet?

Es ist also notwendig, das Instrument regelmäßig zu überdenken, das Format zu überarbeiten und sich gegebenenfalls durch Best Practices anderer Kommunen inspirieren zu lassen. 
 
Das Interesse an den bisher durchgeführten Formaten der Transferagentur für Großstädte zeigt: Bildungskonferenzen haben nach wie vor eine hohe Relevanz für kommunale Akteure. Daher führen wir die gewonnenen Erkenntnisse aus unserer Arbeit und einen Ausschnitt an guten Beispielen aus Großstädten in dieser Publikation zusammen. Neben einem kurzen Überblick über Funktion und Ausgestaltung, geben sieben Kommunen Einblick in ihre Bildungskonferenzen. Das Beispiel Düsseldorf zeigt, dass es lohnt, sich mit der Weiterentwicklung der Bildungskonferenz zu befassen, um den Mehrwert des Formats sicherzustellen. Duisburg verknüpft die Bildungskonferenz nachhaltig mit aktuellen Themenfeldern, zum Beispiel neuer Zuwanderung. Frankfurt am Main hat 2017 eine Premiere gewagt und eine Bildungskonferenz für junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder konzipiert. Mit „Lernen vor Ort“ hat Hamburg ein umfangreiches Konzept zu bezirklichen und stadtteilbezogenen Bildungskonferenzen aufgesetzt und verstetigt. Leipzig versteht die Bildungskonferenz als Instrument, die Stadtteile und ihre Institutionen besser kennenzulernen. In München verknüpft die Verwaltung die Bildungskonferenz und den Bildungsbericht sowie aktuelle Themen, indem diese als Diskussionsgrundlage für die Bildungskonferenz dienen. Eine groß angelegte Bildungskonferenz veranstaltet Nürnberg, die zusammen mit dem Bildungsbeirat als Bildungsrat zusammengefasst wird. Andrea Blome stellt im Interview einen Ansatz vor, der Kommunen dabei helfen kann, die Zielorientierung zu schärfen. Schließlich blickt Anika Duveneck noch einmal aus wissenschaftlicher Perspektive auf Chancen und Grenzen von Bildungskonferenzen. 
 
Das Themendossier möchte Ihnen Anregungen geben, die eigene Bildungskonferenz hinsichtlich ihrer Funktion und Ausgestaltung zu schärfen und neue Wege bei der Entwicklung zu gehen. Wir bedanken uns bei allen Inputgebenden und den Kommunen für ihre Beiträge und wünschen viele neue Erkenntnisse und Anregungen bei der Lektüre!