Kommune und Stiftungen kooperieren im Verbund

BiNeT. Bildungsnetzwerk München
Anita Henselmann, stellvertretende Projektleiterin von „Lernen vor Ort“ München, bringt ein Opernglas mit, um die Qualität ihrer Kooperation auf den Punkt zu bringen: „Es wirkt wie ein Brennglas, von Weitem betrachtet lässt es Details schärfer erkennen."

„Alle sprechen davon, dass Kooperation zwischen Stiftung und Kommune schwierig ist – das trifft in unserem Fall nicht zu“, berichtet Anita Henselmann, stellvertretende Projektleiterin von „Lernen vor Ort“ in München. Die Zusammenarbeit mit der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG habe sich gelohnt: München hat über „Lernen vor Ort“ hinaus nachhaltige Strukturen geschaffen. Ein Stiftungsverbund bündelt alle Stiftungen im Bildungsnetzwerk, die in der Landeshauptstadt agieren und das Wort „Bildung“ in der Satzung führen – eine neue Form der Kooperation zwischen Kommune und Zivilgesellschaft.

Die Stadt profitiert von der Moderatorenfunktion, die die Kuenheim-Stiftung übernimmt, von ihren Qualitäten als Bedarfsradar und ihrer Fähigkeit, das Netzwerk zu moderieren und Kontakte herzustellen. „Wir sind in sehr vertrauensvollem Austausch“, findet Elisabeth Benz, Projektleiterin bei der Eberhard von Kuenheim Stiftung. Die besondere Stärke der Landeshauptstadt sei das strategische Vorgehen vor allem im Bildungsmanagement. Essentiell für die Zusammenarbeit ist in München der regelmäßige Austausch sowohl auf Arbeits- als auch auf Leitungsebene. Frau Henselmann vom Referat für Bildung und Sport wird regelmäßig in die Plenumssitzungen des Netzwerks eingeladen: So füllt sich die Kooperation mit Leben.
Die anschließende Diskussion in der Arbeitsgruppe um das Münchner Tandem zeigt, dass vor allem Handlungsempfehlungen gefragt sind: Was sind Gelingensbedingungen für eine langfristige Kooperation, bei einer derartigen Vielfalt der Partner?


Ergebnisse der Debatte:

  • Eine gemeinsame Kommunikationskultur und die Verständigung auf ein Ziel ist die Basis jeder guten Zusammenarbeit. Beides lässt sich schaffen, indem man regelmäßige Arbeitstreffen etabliert und die Rollen der kooperierenden Partner klar verteilt.
  • Je höher die politische Vereinbarung angesiedelt ist, desto höher die Verbindlichkeit.
  • Langfristige Kooperationen brauchen gesicherte Ressourcen in Form von Geld und Personalstunden.


Fragen, die das Tandem bewegen:

  • Was kann die Stiftung zum bildungspolitischen Diskurs beitragen?
  • Was muss sie dabei beachten – vor dem Hintergrund ihrer besonderen Rolle und Position in der Zivilgesellschaft und ihrer Legitimation?

Das Praxisbeispiel wurde im Rahmen des Kommunalsalons "Auf dem Tandem – Kommunen und Stiftungen in der kommunalen Bildungslandschaft" vorgestellt. Zur Dokumentation der Veranstaltung gelangen Sie hier.