Fokus: Psychosoziale Stärkung in der Pandemie

Kommune handelt für mehr Bildungsgerechtigkeit
Jugendclub mit Kicker

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ein Aktionsprogramm über zwei Milliarden Euro ins Leben gerufen, bei dem es nicht nur darum geht, Bildungslücken von Schülerinnen und Schülern zu schließen. Im Mittelpunkt steht auch die Stärkung der Kinder und Jugendlichen, die durch die Auswirkungen der Pandemie psychosozial stark belastet wurden: „Kinder und Jugendliche brauchen Zeit, Begleitung und Unterstützung, um in den Alltag zurückzufinden und Versäumtes aufzuholen“, heißt es in der Pressemitteilung des BMFSFJ Anfang Mai 2021. Wie das in der kommunalen Praxis aussehen kann und was die Kommunen bereits unternehmen, darauf richten wir unseren Blick in diesem Fokusthema. 

„Lernrückstände im Homeschooling: Coronakrise halbierte Lernzeit der Schüler“ so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen im August 2020 nach knapp einem halben Jahr Pandemie. Auslöser war damals eine Studie des ifo Instituts. Bildungsökonom:innen wurden befragt und düstere Visionen von einer vermeintlichen „Lost Generation“ gezeichnet. Doch das Aufholen von Lernrückständen ist nur ein Aspekt, wenn man der Frage nachgeht, was Kinder und Jugendliche jetzt brauchen, um den Ausnahmezustand hinter sich zu lassen. Vor allem das eingeschränkte Angebot von Bildungs-, Betreuungs- und Freitzeitmöglichkeiten, aber auch die wenigen sozialen Kontakte und die mitunter schwierige Situation zuhause, haben Auswirkungen auf die psychosoziale Verfasstheit der jungen Menschen. Lesen Sie den kompletten Beitrag zu unserem Fokusthema...

Es macht viel Freude zu erleben, dass alle zusammenlegen, es viele wertvolle Beiträge gibt, das Ganze wachsen darf.

Monika Ripperger, Leiterin der Stabsstelle Pädagogische Grundsatzplanung der Stadt Frankfurt am Main
Netz Klettergerüst

Interviews

Was Kommunen konkret tun, um junge Menschen und deren Familien jetzt und in den kommenden Monaten gut zu begleiten, zeigen die Beispiele zweier Großstädte:

Was hat die Corona-Pandemie für Auswirkungen auf den Lebensalltag von Kindern in Frankfurt am Main? Diese Frage haben sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, der Fachausschüsse und Bildungsträger gestellt und das Programm "Frankfurt zaubert" ins Leben gerufen. Die Leiterin der Stabsstelle Pädagogische Grundsatzplanung Monika Ripperger berichtet, wie das gelungen ist. Zum Interview...

In Essen kooperiert die Stadtverwaltung auf Augenhöhe, um jungen Menschen Halt zu geben und ihr psychosoziale Wohlergehen zu stärken. Dr. Hubertina Falkenhagen, Leiterin der Regionalen Schulberatungsstelle in Essen, erzählt, wie sie dabei vorgegangen sind, um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu fördern. Zum Interview...


 

Tipps zum Weiterlesen und -sehen 

„Generation Corona? Wie Jugendliche durch die Pandemie benachteiligt werden.“
Schnell waren Medienvertretende mit der Vision einer ganzen abgehängten Generation zur Hand – ohne Daten und Fakten. Der Sammelband – herausgegeben von Dieter Dohmen und Klaus Hurrelmann – greift das Thema fundiert auf und gibt Antworten auf die Frage, welche Gruppen von Kindern und Jugendlichen gemeint sind.
 
Wie Jugendämter die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen und welchen Handlungsbedarf sie sehen

Dieser Frage ging eine Untersuchung des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism) nach.

Sind unsere Städte noch zu retten?

Darüber diskutierte ZDF-Moderator Richard David Precht mit Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Präsident des Deutschen Städtetages. 


Die Programme der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung rund um Corona und Lernen

Im Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona" wird die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) das Förderprogramm „Auf!leben“ umsetzen. Damit möchte die Stiftung Kinder und Jugendliche unterstützen, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen und Alltagsstrukturen zurückzugewinnen. Junge Menschen sollen in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützt und in ihrer psychischen und emotionalen Verfasstheit gestärkt werden. Mit dem Programm werden das soziale Lernen und die Beziehungen und Bindungen von Kindern und Jugendlichen untereinander gefördert. Dafür wird die DKJS einen Zukunftsfonds aufsetzen, über den möglichst niedrigschwellig Mittel für Angebote vor Ort beantragt werden können. Mehr zum Programm...

Auch das Programm LernBrücken – häusliches Lernen begleiten richtet sich in der besonderen Zeit der kompletten und teilweisen Schulschließungen während der Corona-Pandemie und darüber hinaus an Berliner Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen aufwachsen und zu Hause beim Lernen nur wenig Unterstützung erhalten. Um Grundschulkinder und Jugendliche optimal zu unterstützen, kooperieren Träger der freien Jugendhilfe mit Schulen aller Schularten sowie ihren Lehrkräften.
 
Mitarbeitende der Stadtverwaltung Düsseldorf wurden auf die Berliner LernBrücken aufmerksam und haben das Programm für ihre Kommune angepasst. Milena Pape und Ina Holschbach geben Einblick in den Prozess. Zum Interview...