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Die Akteure einbinden

am Beispiel der Hamburger Bildungskonferenzen
Hamburger Bildungskonferenzen: Mitarbeitende der Transferagenturen bei ihrem Vortrag

Input: Susanne Hüttenhain, Bildungskoordinatorin im Bezirk Hamburg-Mitte

Hamburg-Mitte ist mit knapp 290.000 Einwohnern der drittgrößte Bezirk der Stadt Hamburg. Er vereint unterschiedliche Stadtteile, wie Finkenwerder und Billstedt-Horn. Die Spannweite der sozialen Lage könnte größer nicht sein. Bei der Auswahl der Stadtteile, in denen die Struktur der Regionalen Bildungskonferenz auf die lokale Ebene runtergebrochen wurde, stand im Rahmen von „Lernen vor Ort“ die Frage im Mittelpunkt, welche Vernetzungsstrukturen es bereits gibt, an die die Koordination der Lokalen Bildungskonferenzen anschließen könnte. Billstedt ist einer der Stadtteile, in dem es bereits einen funktionierenden Bildungsverbund gab – das Billenetz, gegründet im Rahmen des „Lernen vor Ort“-Vorgängerprogramm „Lernende Regionen“.

Die Partner des Billenetzes waren offen für eine Kooperation, versprachen sie sich davon doch einen verbindlicheren Zugang zur Bezirks- und Senatsverwaltung. Die Erwartungen konnten eingelöst werden. Durch das Zusammengehen mit der RBK-/LBK-Struktur wurde es deutlich leichter, Fachreferentinnen und -referenten aus den Behörden für Beiträge bei den lokalen Konferenzen zu gewinnen und sie einzubinden – als Referierende genauso wie als Adressaten für Empfehlungen.

Obwohl die Beteiligung an der Gesamtstruktur RBK/LBK nur für die Schulen verpflichtend ist, verzeichnet Hamburg-Mitte eine konstant hohe und kontinuierliche Teilnahme auf Seiten aller Akteursgruppen. Fehlende Zeitkontingente sind kaum ein Thema. Problematisch ist allenfalls, dass die Arbeitskapazität der bezirklichen Bildungskoordination nicht ausreicht, um den Bedarf an lokalen Konferenzen zu bedienen.

Das „klassische“ Einstiegsthema der lokalen Bildungskonferenzen war die Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule. Die im Zuge dessen erprobte Methode des „Kooperationsdatings“ ist inzwischen fester Bestandteil des Übergangskonzepts, z. B. in Hamburg-Neuwiedenthal. Maren Riepe, Senior Projekt Manager, Joachim Herz Stiftung Hamburg berichtet aus einem Gespräch mit einer Grundschulleiterin: „Sie sagte mir, wenn sie zum Kooperationsdating kommt, spart ihr das zwei Arbeitstage.“ Bei den Kooperationsdatings handelt es sich um ein Treffen, das jährlich zwischen Kitas und Grundschulen stattfindet. Sofern die Eltern eines Kindes zugestimmt haben, tauschen sich die Leitungen über die Kompetenzen der zukünftigen Erstklässler aus.

Eine der Herausforderung aus der Aufbauphase der RBK-/LBK-Struktur im Bezirk Mitte war die Frage nach der richtigen Herangehensweise an die Recherche und Ansprache möglicher Teilnehmender, auch über die bestehenden Vernetzungsstrukturen hinaus. Dem Grundverständnis „Kommunalen Bildungsmanagements“ gemäß wurden Akteure entlang der gesamten Bildungsbiografie eingeladen. Erst später wurde klar, dass die Themen der Partner aus der Erwachsenen - und Seniorenbildung nicht ausreichend aufgegriffen werden konnten, eine Erweiterung der Kreise je nach Thema sinnvoll gewesen wäre.

Seit über einem Jahr steht in allen Bezirken eine verbesserte Kooperation für die Bildungsintegration von Flüchtlingen ganz oben auf der Agenda. Als Partner erhielten Flüchtlingsinitiativen und Migrantenselbstorganisationen Gewicht. Jetzt bewährt sich, dass die RBK/LBK-Struktur flächendeckend aufgebaut wurde. Neue Standorte für Übergangswohnheime werden in allen Stadtteilen gesucht. Die lokalen  Bildungskonferenzen bewähren sich als Beteiligungs- und  Koordinierungsgremien.  


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Dokumentation der dritten Regionalen Bildungskonferenz Hamburg-Mitte (extern)

Die Arbeitsgruppe war Teil des Kommunalsalons "Bildung im Bezirk – Koordinieren, kooperieren, beteiligen".

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe 2 "Steuerung und Koordination" finden Sie hier.