Dortmund

Auf vorhandene Strukturen und Erfahrung bauen

Das 2003 etablierte Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule der Stadt Dortmund bündelt und koordiniert vielfältige Bildungsaktivitäten der Kommune – nach dem Motto „Wir machen (nicht nur) Schule“. Durch das Programm „Bildung integriert“ können diese Netzwerke weiter intensiviert und neue Schnittstellen geschaffen werden. Insbesondere die Etablierung regelhafter Arbeitsstrukturen zwischen der Dortmunder Statistik und dem Fachbereich Schule legen dabei den entscheidenden Grundstein für den Aufbau einer umfassenden Datenbasis zur Beobachtung und Analyse des Bildungsgeschehens vor Ort.

  • Fläche: 208,71 km²
  • Einwohnerinnen und Einwohner: 586.181
  • Bevölkerungsdichte: 2.088 Einwohnerinnen und Einwohner je km²
  • Stadtgliederung: 12 Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen
  • Aktuelle Förderprogramme: „Bildung integriert" und „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte"
  • Ansprechpersonen in der Kommune:
    Christina Luchmann, Regionales Bildungsbüro, Fachbereich Schule

Vier Handlungsfelder und eine Strategie in einem gut abgestimmten DKBM


Der Stadt Dortmund war sehr schnell nach den Schulschließungen im März klar, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie über die Osterferien hinaus gehen und große Auswirkungen haben würden auf die Bildungsgerechtigkeit. Denn die Voraussetzungen für das Lernen auf Distanz sind sehr unterschiedlich: Das fängt mit den Zugängen zu Endgeräten an, geht weiter bei der Lernumgebung und hört auf bei der Unterstützung, die zu Hause vorhanden ist oder nicht.
 Schnell und überlegt zugleich entwickelte die Verwaltung eine Strategie, wie die Stadt gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern der Bildungslandschaft Dortmund vorgehen kann, um Schulen sowie Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Was mit einer Bedarfserhebung anfing, führte zur intensiven Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure vor Ort und ganzheitlichen Bildungsangeboten für Kinder. Dr. Anja Jungermann vom Regionalen Bildungsbüro berichtet.

 

Wir haben in Dortmund also sehr früh begonnen, kommunales Bildungsmanagement als unsere Aufgabe zu betrachten und verschiedene Bildungsakteure zu vernetzen.

Daniela Schneckenburger, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie in Dortmund
Zielvereinbarung bis 2020

Die Transferagentur arbeitet seit 2014 mit der Stadt zusammen. Im Oktober 2018 hat Dortmund eine neue Zielvereinbarung mit der Transferagentur für Großstädte vereinbart. In den kommenden zwei Jahren soll es nun darum gehen, die entwickelten Prozesse und Strukturen eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagement nachhaltig zu veranken und den Fokus auf die Weiterentwicklung sozialräumlicher Ansätze zu richten.

Die Jahrestagung der Transferagentur für Großstädte am 14. Februar 2020 in Dortmund warf einen Blick darauf, wie es um die Bildungsgerechtigkeit im digitalen Zeitalter bestellt ist und welche Gestaltungsmöglichkeiten sich für die Kommunen durch ein Bildungsmanagement ergeben. Ein abwechslungsreiches Programm mit Impulsen aus der Wissenschaft und der kommunalen Praxis sowie ausreichend Gelegenheit zum kollegialen Austausch erwartete die Teilnehmenden.

Unter dem Motto "Mehr Digitales – mehr Bildungsgerechtigkeit? Anforderungen an das kommunale Bildungsmanagement der Zukunft" diskutierte die Dortmunder Dezernentin Daniela Schneckenburger mit Moderator Armin Himmelrath, Markus Lindner, Leiter der Transferagentur für Großstädte und Klaus Hebborn, Beigeordneter des Deutschen Städtetags: 

Hier geht es zum Interview (externer Link)

 
 

Unser Job ist es, die Akteure an einen Tisch zu bringen, aber auch gemeinsam Ideen zu entwickeln, wohin es gehen soll und was wir dafür brauchen.

Carsten Mielke, Regionales Bildungsbüro Dortmund
Dortmund-Nordstadt: „Wir wollen diesen Stadtteil des Ankommens in einen Stadtteil des Bleibens verwandeln. Und das geht vor allem über Bildung“

Die Anne-Frank-Gesamtschule liegt etwas versteckt zwischen Mehrfamilienhäusern in der Dortmunder Nordstadt. Der Stadtbezirk beginnt direkt hinter dem Hauptbahnhof, viele Altbauten prägen das Straßenbild, mal schick, mal heruntergekommen. Die kulturelle und soziale Vielfalt des Viertels ist einerseits eine große Bereicherung für die Bewohnerinnen und Bewohner, andererseits bringt sie viele wirtschaftliche, soziale und städtebauliche Herausforderungen mit sich. Die Nordstadt ist superdivers. Ein Viertel des Ankommens: In den fünfziger und sechziger Jahren waren es die ersten sogenannten Gastarbeiter, die hier eine neue Heimat fanden, zuletzt kamen viele EU-Bürgerinnen und -Bürger aus Rumänien und Bulgarien sowie Geflüchtete in die Nordstadt. Auch gibt es eine hohe Fluktuation in der Bevölkerung. Viele bleiben nur kurz und ziehen dann weiter. Eine weitere Herausforderung ist, dass viele Menschen, die in der Nordstadt leben, von Transferleistungen abhängig sind. Beides möchte Bernd Bruns, seit drei Jahren Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule, ändern: „Wir wollen die Übergänge in Ausbildung steigern und den Schülern eine gute Anschlussperspektive ermöglichen.“ Vor allem möchte er, dass die Schülerinnen und Schüler, wenn sie einmal fertig mit Schule und Ausbildung sind, in der Nordstadt bleiben.

Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Programms Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte wurden in Dortmund Ende 2016 drei Stellen eingerichtet, die als Kommunale Koordinierung das gemeinsame Ziel verfolgen, die Bildungsangebote entlang der Bildungsketten für neu Zugereiste in Dortmund aufeinander abzustimmen, Lücken und Brüche in den Bildungsketten zu identifizieren und passgenaue Angebote zu initiieren, damit die gesellschaftliche und berufliche Integration der Neuzugewanderten gelingt.
Die drei Stellen sind in Dortmund in den folgenden Bereichen eingesetzt:
  • Frühkindliche Bildung (Dezernat für Schule, Jugend und Familie)
  • Schulische Bildung und Übergänge (Fachbereich Schule)
  • Sprachbildung (VHS)
Die zunächst zweijährige Laufzeit des Projekts wurde um weitere zwei Jahre bis Ende 2020 verlängert.
Schnell handeln – aber nicht ohne Plan. Wie Kommunen mit guter Koordination die Neue Migration bewältigen

Angekommen in Deutschland sollen geflüchtete und zugewanderte Kinder und Jugendliche möglichst rasch in das kommunale Bildungssystem integriert werden. Die Anzahl junger Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchtgeschichte stellt Kommunen jedoch vor große Herausforderungen. Kommunale Koordinatorinnen und Koordinatoren sollen die Zusammenarbeit der Ämter verbessern, Sonderbeauftragte koordinieren ehrenamtliches Engagement und Stabstellen bei Bürgermeistern oder regelmäßige Sitzungen der Amtsleitungen helfen, Geflüchtete neben der Unterbringung und Versorgung schneller und besser zu integrieren – und all dies bei angespannten kommunalen Haushalten. Das alles ist mit vielen Fragen verbunden. An diesen Fragen arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter aus acht bundesdeutschen Großstädten, beim ersten Treffen der Fachgruppe „Kooperation Kommune und Zivilgesellschaft“ im Großstadtnetzwerk der Transferagentur in der Gastgeberstadt Dortmund. 

„Als Stadt haben wir durch die Arbeitsmigration eine lange Erfahrung mit Migration"

In Dortmund gab es eine große Anzahl von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren. Circa 6.000 Flüchtlinge kamen in der Ruhrmetropole an, näherungsweise genauso viele Neuzugewanderte kamen aus Südosteuropa, Bulgarien und Rumänien. Dortmund kann im Bereich kommunales Bildungsmanagement somit bereits auf einige Erfahrung bei der Integration in Bildung zurückgreifen. Lesen Sie hier ein Interview mit Daniela Schneckenburger, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie in Dortmund.

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